Eine orientalische Entdeckung

30. Dezember 2019
Unsere Fahrt geht weiter. Aber wegen der vielen Wolken und der angekündigten Schlechtwetterphase nicht wie geplant nach Trapani.

Entlang der Salinen fahren wir in Richtung der Stadt Marsala. Unser nächstes Ziel soll eigentlich ein relativ neuer Campingplatz in Petrosino, einem kleinen Vorort, sein. Der Whatsapp Chat war sehr nett und wir freuen uns schon auf den Platz mit angeblich toller Ausstattung und Restaurant in Meeresnähe. In den Salinen entlang der Straße stehen immer wieder Flamingos im warmen Sonnenlicht.

Flamingos in den Salinen von Mozia

Am frühen Vormittag erreichen wir unser Ziel: den Küstenort Petrosino. Der Camping ist sehr gut ausgeschildert und die Fahrt dorthin ist recht angenehm. Wir werden auch schon erwartet: aber weder von anderen Campern noch vom Stellplatzbetreiber. Ein Rudel Wildhunde tanzt wild bellend um unser Womo herum. Wir steigen nicht mal aus….wir fahren direkt weiter.

Aber wohin?..heute wäre eigentlich Waschtag und da hätte das mit dem Campingplatz echt hervorragend gepasst. Bei einem kurzen Stop findet Ralf einen neuen Eintrag in einer Stellplatzapp über einen ganz neuen Platz in Mazaro del Vallo. Ein echter Glücksfall. Gar nicht weit von Petrosino entfernt mit annehmbaren Wetterbericht: sonnig und extrem windig.
Der Empfang ist herzlich. Antonino ist sehr nett und hilfsbereit und erklärt uns alles haarklein. Auch ein paar Tipps für die etwa 1,5 km entfernte Altstadt hat er für uns. Aber heute sind wir faul. Wir bleiben auf dem Platz. Die Waschmaschine ist neu und unser Hochleistungswäschetrockner (die sizilianische Sonne und der starke Wind) helfen uns bei unserem Großwaschtag. Mittags genießen wir ein leckeres Pastagericht mit passendem Weißwein vor unserem Womo….Die Wäsche trocknet, die Maschine läuft, die Wäsche trocknet…aber dieses Mal nicht ganz. Wir schaffen es gerade so alles ins Wohnmobil zu packen, bevor ein heftiges Gewitter mit Starkregen niedergeht.
Abends ist eine Ultrakurzrunde mit unseren Shih Tzus in Platznähe angesagt und dann heißt es…..faulenzen…und Silvester vorbereiten.

31. Dezember 2019
Der Wetterbericht heute ist vielversprechend. Bereits gegen 10 Uhr sind wir zu Fuß in Richtung Altstadt unterwegs. Durch arabisch wirkende Stadtrandlagen erreichen wir schließlich die Lebensader Mazaras : den Mazaro.
Hier liegen viele Fischerboote am Flußufer. Fischerboote so verwittert und alt wie wir sie nur aus unseren Besuchen in Ägypten kennen. Möwen kreischen, es herrscht geschäftiges Leben….man merkt die Vorfreude auf den Silvesterabend. Bereits jetzt schon ist von Zeit zu Zeit Feuerwerk zu hören – oder sollten wir lieber von kleineren Explosionsgeräuschen reden? Egal – Allie und Amadeo stört es nicht und so tauchen wir ein in die wunderschöne Altstadt von Mazara del Vallo.
Unser Frühtück nehmen wir auf der Hauptpiazza ein. Cappuccino mit einem super fluffigen Hefe-Schoko-Brötchen.
Die Sonne ist schon warm und es macht Spaß Menschen zu beobachten. Weiter geht unsere Tour an der Kathedrale entlang in Richtung Lungomare. Ein Ort, wo man sich trifft. Es ist richtig viel los und unsere Fellzwerge genießen die Aufmerksamkeit der Passanten. Schon am Beginn unseres Stadtspaziergangs halten wir Ausschau nach einem eventuellen Restaurant für unser Silvester-Pranzo ( Mittagessen). Auf einer kleinen Piazza sind wir völlig begeistert von einem kleinen Restaurant…na wir werden sehen…

Es ist herrlich durch die Stadt zu schlendern. Die Menschen sitzen draußen, genießen einen Aperol Spritz mit Freunden in der Sonne….es ist schön, das Leben zu spüren. In einigen Alimentari (Lebensmittelläden) kaufen wir noch eine wenig Wein und Lebensmittel für unseren Silvesterabend ein, bevor wir tiefer in die Gassen dieser herrlich nordafrikanisch wirkenden Stadt eintauchen. Es ist gegen ein Uhr als Ralf Folgendes sagt: „Fehlt eigentlich nur noch der Muezzin, der zum Gebet ruft“ Kaum hat er es ausgesprochen, hören wir aus einer der Gassen, den durch Lautsprecher verzerrten Ruf „Allah ist groß, Allah ist mächtig! – Allahuakbar“. Tatsächlich passieren wir kurze Zeit später eine kleine Moschee, in der Menschen gerade beten. Wir hatten ja mit vielen Dingen gerechnet, aber damit nicht.

Wir kehren tatsächlich an das am Beginn unserer Stadterkundung gefundene, kleine Restaurant an der jetzt supersonnigen Piazza zurück. Und es ist auch ein Tisch in der Sonne frei. Die Karte besteht gerade mal aus 6 Gerichten….aber für uns stand eigentlich bereits beim Aufstehen fest: Wenn wir schon hier sind, dann soll es auch ein Couscous-Gericht sein. Wir entscheiden uns für einen leichten sizilianischen Weißwein und nehmen den Couscous mit Fisch – ein echter Traum in der Sonne, ein perfektes Mittagessen für den letzten Tag des Jahres 2019.

Gut gestärkt und etwas beschwipst laufen wir gegen 16 Uhr zu unserem Stellplatz zurück. Ein wundervoller Tag endet mit einem wundervollen Sonnenuntergang. Auf dem Womoplatz herrscht bei allen anderen Campern hektisches Treiben in Vorbereitung auf die privaten Feiern.
Wir haben zwar auch vor zu feiern, aber nach einer Kleinigkeit zu Essen zu einem Glas Rotwein am Abend endet unsere Feier wegen Müdigkeit bereits gegen 22 Uhr. Wir werden kurz von den „Bombengeräuschen der südländischen Knallkörper“ um Mitternacht geweckt, aber das Wachsein reicht nur für einen Neujahrswunsch innerhalb unserer kleinen Familie….Gute Nacht…..und Frohes Neues Jahr!!!

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