Caravaggio in Syrakus – der Besuch einer Bilderbuchstadt

02. Januar 2020
Heute geht es früh am Morgen in Richtung Syrakus, denn wir wollen mit unserem kleinen Amadeo nun doch eine Tierklinik aufsuchen. Die Sonne scheint und es ist schon recht warm. Umso ungewöhnlicher ist es, dass auf dem Seitenstreifen der Autobahn Schneereste liegen. In der Tierklinik, in der Nähe der antiken Ausgrabungen von Syrakus, erfahren wir dann von der Tierärztin, dass es etwa 30 Stunden vorher in der Region heftigst geschneit hatte. Die Dame war ganz happy, denn es war das zweite Mal in ihrem Leben, dass sie Schnee gesehen hatte. Wir waren ehrlich gesagt froh, dass wir nicht dabei waren.
Amadeo geht es wieder besser und so fahren wir im Morgenstau in Richtung Parkplatz in der Nähe von Siracusa Ortigia. Ortigia – das Herz Syrakus, eine wundervolle, von Griechen gegründete Stadt auf einer Insel.

Hier waren wir bereits zweimal und es ist schön wieder hier zu sein. Es ist die Stadt in der uns bereits zweimal der Inhaber eines kleinen Alimentari bei unserem ersten Besuch einen vergessenen Mozzarrella di Bufala ca. 200 m hinterher getragen hat und beim zweiten Mal ca. 2 Jahre später ein leckeres Walnussbrötchen. Als er beim zweiten Mal hinter uns her rief: „Signora, sie haben etwas vergessen!“ und das etwa an der gleichen Stelle passierte, wie zwei Jahre zuvor, fingen wir schon an zu lachen. Der Verkäufer hingegen erst, als er unsere beiden Shih Tzus sah…in dem Moment konnte er sich wieder an den Vorfall vor 2 Jahren erinnern und stimmte in unser Lachen ein…. Wir waren natürlich bei dem kleinen Alimentari, aber dieses Mal hat es sich wahrscheinlich nur nicht wiederholt, weil gerade geschlossen war….
Eine überaus schöne Erinnerung…

In Ortigia angekommen gehen wir zuallererst in Richtung des kleinen, immer stattfindenen Marktes direkt an der Ausgrabungsstätte des Apollotempels. Einfach nur um zu schauen und ein paar Fotos zu machen. Danach zieht es uns durch die Via Savoia in Richtung Lungomare an der Westseite der Altstadt. Natürlich ist erst einmal in der ersten sonnigen Bar ein Caffè angesagt.


An diesem Traumtag macht es Spaß am Meer entlang zu laufen. Auch Allie und Amadeo genießen die Aufmerksamkeit der vielen Passanten. Über den Aretusagarten mit seinen mystischen Bäumen gelangen wir kurze Zeit später zur Quelle der Aretusa, der Lebensader der Stadt. Hier auf der Insel befindet sich eine Süsswasserquelle umrahmt von Papyruspflanzen. Fotomotiv für Touristen, Hochzeitspaare und den Reisekatalog.

Leute beobachten und fotogafieren ist in Ortigia ein echtes Erlebnis. Die Häuserfassaden sind überladen von Motiven und es macht Spaß an der ein oder anderen Ecke ein kurzes Schwätzchen zu halten: meist über Allie oder Amadeo. Nach einem Eintauchen in die Altstadtgassen gelangen wir wieder an den Teil des Lungomare, der von der Quelle aus in Richtung Süden verläuft. Hier ist wirklich ein Restaurant am anderen. Da es bereits nach 12 Uhr ist, sind die Terrassen auch schon gut gefüllt. Wir passieren diesen, für uns viel zu touristischen Teil der Stadt und finden auf einer kleinen, sonnigen Piazza ein Restaurant.
Eine überaus leckere Entscheidung!!

Müde und gut gestärkt geht es weiter in Richtung Hauptplatz. Wir sind nun doch schon einige Stunden hier, aber wir waren immer noch nicht an der Kathedrale. Da wir ohne Stadtplan und Googlemaps uns einfach treiben lassen, haben wir das Gefühl im Kreis zu laufen. Aber egal…alle Wege führen zur Piazza. Die einen sind halt etwas länger als die anderen. Man muss ja nicht extra sagen, das wir zeitweise nicht genau wussten, wo wir sind!!

Schließlich erreichen wir dieses Juwel gegen 15 Uhr. Es herrscht Leben auf den Straßen, aber es ist nicht überfüllt. Das Licht hat einen goldenen Schimmer und es macht Spaß zu fotografieren. Auch ein Besuch der Kathedrale ist möglich, denn man kann einfach zur Kasse gehen und ein Biglietto lösen. Nicht so, wie die letzten Male. Da mußte man an einen langen Schlange anstehen.
Die Kathedrale ist etwas ganz besonderes. Ein zur Kirche umfunktionierter Tempel der Griechen. Ein echtes Prachtstück, zu erkennen an den integrierten Säulen. Aber auch die Piazza wirkt wie aus einem Bilderbuch.
Gegenüber in einem der Palazzi findet gerade eine Sonderausstellung mit Kunstwerken von Caravaggio statt. Wir fragen und wir dürfen! Unsere Fellzwerge sind in Ihrem Wagen erlaubt und wir genießen die drei Kunstwerke, die nur noch bis zum 10 Januar als Leihgabe großer Europäischer Museen hier in Syrakus ausgestellt werden. Für uns eine echtes Highlight!

Auf dem Weg zurück zum Wohnmobil entscheiden wir uns für die Via Cavour, die direkte Verbindung zum Apollotempel. Hier passieren wir auch unseren kleinen Alimentari, der aber erst wieder um 17 Uhr öffnen wird. Aber ein Foto davor muss trotzdem sein.

Übernachten möchten wir hier nicht. Wir wollen lieber den Platz in Avola ausprobieren. Avola….die Heimat des Nero….

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