Über eine Enttäuschung nach Tarquinia, Sorgen um Allie und eine Änderung im Plan…

02. März 2019
Noch nach dem gestrigen Abendessen in unserer Toskanischen Familie beschließen wir, aufgrund des Wetters im nahegelegenen Latium ein wenig auf Entdeckungsreise zu gehen. Daher wollen wir früh los.
Die Tür des Agriturismo ist zwar offen, aber es ist noch niemand da. Also hinterlassen wir eine Karte mit einer kurzen Nachricht und eine Whatsapp und weiter geht’s in Richtung Wochenmarkt in San Vincenzo.
Hier kaufen wir, wie eigentlich immer, am kleinen Lieblingskäsestand von Ralf ein. Anschließend genießen wir ein Frühstück in einer Bar in der Sonne in der Nähe des Wochenmarktes bevor unsere Fahrt weiter in Richtung Süden geht. Der erste Stop soll noch in der Toskana liegen. Wir wollen mal wieder zum Monte Argentario.
Der Monte Argentario….hier waren wir so oft und von hier kennen wir auch Dona und Salvatore, die damals Ihre Tauchschule direkt am alten Hafen in Porto Santo Stefano hatten….hier hatten wir soooo tolle Urlaube und würden gern mal wieder ein paar Erinnerungen auffrischen…
Aber daraus wird nichts. Camper sind hier nicht mehr willkommen. Nur noch auf den sehr weit von den Hauptorten entfernten Stell- und Campingplätzen…Selbst ein Versuch nur für ein paar Stunden irgendwo in Stadtnähe zu parken scheitert. Schade….


Jetzt um diese Jahreszeit gibt es hier keinen einzigen, geöffnten Stellplatz. Bei Lanini auf der Gianella Halbinsel dürfen wir kurz parken und nutzen diese Zeit, um ein Mittagessen in der Sonne zu genießen, bevor es weiter ins Latium geht.
Gut , dass wir schon einen Plan B haben. Ziehen wir also unser erstes Ziel im Latium einen Tag vor.
Es soll nach Tarquinia gehen.
Was uns an diesem Mittagessen überhaupt nicht gefällt ist weder das Essen noch das tolle Ambiente. Es ist unsere Allie. Sie ist irgendwie anders. Sie mag nichts essen, sie kneift ihr eines Äugelchen zu und so ist unsere Stimmung etwas gedrückt.


Gegen 15:30 Uhr errichen wir den Stellplatz von Il Poderino etwa 1,5 km unterhalb von Tarquinia gelegen. Sehr schön, etwas spannende Anfahrt aber sehr nett. Hier melden wir uns nach dem Checkin zum Abendessen an und dann geht es zu Fuß bergauf in die von Weitem sehr vielversprechende Stadt Tarquinia.
Kommt man allerdings näher, erkennt man, dass es hier noch Vieles zu restaurieren gibt. Die meisten der tollen Gebäude sind sehr verwittert…eigentlich sehr schade für ein solches Juwel. Trotz alledem ist es eine wundervolle Erfahrung mit unseren Fotos durch die Gassen zu wandern und ein wenig in das Leben hier einzutauchen. Der heutige Sonnenuntergang zaubert die Stadt in ein Traumlicht und der Weg zurück ist entspannend – geht ja auch nur bergab.


Vor dem Womo angekommen versuchen wir ein Glas Wein zu genießen. Jedoch fällt der Aperitivo aus, da Allie plötzlich anfängt zu weinen. Bei näherem Untersuchen stellen wir fest, dass ihr linkes Auge zugekniffen und leicht eitrig ist….eine Sache, die wir nun wirklich nicht gebrauchen können.
Also suchen wir den nächst gelegenen Tierarzt. Tarquinia hat leider keinen und so müssen wir wieder Richtung Norden zurück nach Montalto di Castro.
Die Ärztin dort geht sehr lieb mit Allie um, gibt uns aber Medikamente mit, die bereits geöffnet waren. Und das für empfindliche Shih Tzu Augen. Ralf, der vor der Praxis mit Amadeo gewartet hat, ist entsetzt. Augensalbe, die bereits offen ist, möchten wir wirklich nicht als Medikament verwenden. Also versuchen wir unser Glück beim nächsten Tierarzt im Ort. Es ist bereits kurz vor 20 Uhr. Aus dem Wartezimmer melden wir uns bei unserem Stellplatz und fragen, ob wir auch später zum Essen kommen können. Kein Problem: Man würde bis ca. 21:30 Uhr auf uns warten. Allie bekommt dieses Mal eine „frische“ Augensalbe und los geht es in Richtung unseres Abendessens. Punkt halb zehn sitzen wir am bereits für uns gedeckten Tisch. Das Essen ist herrlich und die Inhaberin sitzt nach dem Essen noch ca. eineinhalb Stunden bei uns. Ein netter Abend endet sehr spät. Wahrscheinlich sind wir zu müde, um zu merken, dass es Allie viel schlechter geht.
Nachts weint die kleine Maus derart laut, dass die Suche nach einer großen,relativ nahenTierklinik mit Notdienst beginnt.

03. März 2019
Und genau deshalb fahren wir um ca. 6 Uhr morgens, ohne eine Verabschiedung, völlig gestresst und übernächtigt los in Richtung Rom.
Als wir gegen 9 Uhr in der Tierklinik ankommen ist es brechend voll und wir müssen lange warten. Eine junge Tierärztin ist dann für uns zuständig. Sie möchte Allie in eine Vollnarkose legen, um das Auge zu untersuchen. Wir stimmen dieser Art der Behandlung nicht zu. Die Dame stellt sich leider während der ganzen Untersuchung sehr „ungeschickt“ an. Nach telefonischer Rücksprache mit unserer Augentierärztin in Deutschland verschreibt uns die Ärztin jedoch ein Medikament mit empfohlenem Wirkstoff. Sie weigert sich aber, Allie ein Schmerzmittel zu spritzen, da sie das ohne vorherige Blutabnahme nicht verantworten kann. ???…Genau in diesem Moment fällt uns ein….wir haben ja Schmerzmittel für unsere Maus im Notfallset. Also nochmals kurze Rücksprache mit Deutschland und raus sind wir aus diesem furchtbaren Ort. Wollte die Ärztin unserem Hund helfen oder hatte sie nur Interesse an gutem Umsatz?
Egal….Allie geht es nach der Gabe des Schmerzmittels deutlich besser und wir beschließen: „Wenn wir schon mal da sind, dann schauen wir uns auch wieder mal die ewige Stadt an!“
Wir kontaktieren den zentrumsnahesten Platz und tatsächlich gibt es noch einen einzigen Platz, den wir uns reservieren…Und da sind wir: völlig ungeplant in Rom. Danke, liebe Allie!


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