Ein Wiedersehen – Mit Dona im alten Golf durch Rom

04. März 2019
Wir haben wie die Murmeltiere geschlafen. Erst jetzt merken wir, wie anstrengend die letzten Stunden waren. Der Stress mit Allies Auge, das im Übrigen wieder ganz normal aussieht. Die ungeplante Tour nach Rom und der gestrige sehr intensive Ausflug in diese atemberaubende Stadt. Erst gegen 9 Uhr werden wir wach. Nach einer kurzen Gassirunde lächelt uns die dem Stellplatz gegegnüberliegende Bar derart an, dass wir erst einmal zum Frühstück über die Straße huschen. Es ist herrliches Wetter, der Cappuccino ein Traum und wir freuen uns auf Dona.

Punkt 11 Uhr fährt ein meeresblauer Golf III vor dem Stellplatz vor. Warum wir diesen nicht fotografiert haben – keine Ahnung, oder besser gesagt schade!
Nach einer herzlichen, langen Begrüßung und einem Eingewöhnen unserer Vierbeiner – Dona hat Ihren Australien Shepard Poldo natürlich auch dabei – besteigen wir unseren „Tourbus“: Dona und Poldo vorne, Allie, Deomaus, Ralf und Ulli hinten und los geht es in die Ewige Stadt.

Es macht Spaß in diesem Verkehrs-Chaos mit einer Römerin unterwegs zu sein. Nach einer relativ kurzen Übersichtstour – wir haben mittlerweile jegliche Orientierung verloren – parkt „unser Golf“ in einer superengen Parklücke in einer Sackgasse. Wir wollen uns nämlich mit Donas besserer Hälfte Fabrizio zu einem typisch römischen Mittagessen treffen. Fabrizio wartet bereits auf uns in einer original römischen Trattoria, deren Namen wir nicht mehr wissen. Aber den Namen eines Gerichtes der Karte werden wir wohl nie vergessen: „Le palle del Nonno“…Überaus divertente – amüsant, so wie das ganze Mittagessen. Für ca. zwei Stunden werden wir über die römische Küche, römische Lebensart und viele witzige Geschichten der Stadt aufgeklärt bevor es weiter geht. Natürlich in unserem Blue Darling….

Der nächste Halt ist eine Parklücke in der Nähe des „Orangengartens – Giardino degli Aranci“. Von hier aus laufen wir in Richtung der Maltesischen Militärbotschaft, um uns auf der Piazza dei Cavalieri di Malta in eine etwa 40 Meter lange Schlange von Menschen anzustellen. Warum – wissen wir bis dahin noch nicht!
Dona hat Riesenspaß und Allie und Amadeo genießen die neue Freundschaft mit dem für sie riesengroßen Poldo.
Je näher wir uns dem dunkelgrünen Tor nähern, umso witziger finden wir es, dass man hier ansteht, um durch ein Schlüsselloch zu kucken. Egal….nach etwa 20 Minuten sind auch wir an der Reihe…und der Blick lohnt sich….Das Fotografieren durch das Loch hindurch ist nicht wirklich leicht, aber das Ergebnis ist zufriedenstellend. Live ist es aber noch viel schöner….

Nach einem Bummel durch den Giardino und dem Genuß des von hier herrschenden Ausblicks heißt es für die Crew wieder einsteigen in unser blaues Wundergefährt und weiter geht es in Richtung „Keine Ahnung“
Während der Fahrt erklärt Dona voller Leidenschaft ihre Stadt, zeigt uns, wo sie lange mit ihren Eltern gelebt hat und gibt immer wieder ein paar witzige Stories über Geschichte zum Besten. Wir halten zum Beispiel an einer Kreuzung, an der sich ein ganz spezieller Eingang in die Unterwelt Roms befindet. Nach einem kurzen Blick hinein und ein paar detaillierten Erklärungen geht es weiter in Richtung Botschaftsviertel.
Hier parken wir direkt vor der Fontana Paola. Ein Brunnen, der sich hinter dem berühmten Verwandten Trevi in keinsterweise verstecken muss. Oder besser gesagt, der nicht hinter hunderten von Touristen verschwindet. Wir sind nämlich fast alleine.
Als kleines Extra zu diesem tollen Spot bekommen wir einen wundervollen Ausblick über die Ewige Stadt dazu. Hier wären wir zu Fuss wahrscheinlich nie hergekommen.

Und weiter fährt der Tourbus zu einem Ort, wo sich die Römer gerne am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang versammeln. Zum Faro del Gianicolo. Faro heißt übrigens Leuchtturm. Und es ist tatsächlich einer! Geparkt wird das „blaue Wunder“ am Parkplatz der Terrazza del Gianicolo und los geht unser kleiner Spaziergang bis zum kleinen Anfiteatro und der alten Eiche des Tasso (Torquato Tasso 1544-1595 – italienischer Dichter, der den Schatten dieses Baumes oft aufgesucht haben soll). Leider ist der Baum nur noch ein schwarzes von Metall gestütztes Gerippe, also nicht gerade das, was man fotogen nennt. Aber es ist wunderbar hier zu laufen und die tolle Aussicht über die Stadt zu genießen, den Menschen zuzusehen : Familien mit Kindern in Faschingskostümen, Liebespaare, die verträumt auf die Stadt schauen…und hier im Park leben erstaunlich viele kleine, grüne Papageien. Ein wirklich lohnenswerter Ausflug mit Traumblick!

Wir verlassen den Leuchtturm beim beginnenden Sonnenuntergang und Dona lenkt den Golf, an der schönen Tiberinsel vorbei, in ein nicht ganz so häufig von Touristen besuchtes Viertel – ins Ghetto Ebraico (jüdisches Viertel).
Das Viertel ist nicht groß. Die Schönheit für Fotografen liegt hier im Detail. Für uns ist es einer der schönsten Orte der Stadt. In einer kleinen Bar genießen wir einen Caffè am Tresen, bevor wir in die kleinen Gassen eintauchen. Besonders beeindruckend ist die große Synagoge, die wahrscheinlich beleuchtet wahrscheinlich noch schöner aussieht als im Tageslicht.


Hier endet unser Streifzug im alten Golf durch die Ewige Stadt. Es geht wieder hinaus aus dem Zentrum zu einem Restaurant, das Dona für unser Abendessen ausgesucht hat: die Trattoria Osti Matti.
Ein kleines, nettes Lokal in einer nicht ganz so einladenden Gegend, aber der Wein und das umbrisch angehauchte Essen sind toll.

Gegen 23 Uhr fahren wir am Womostellplatz mit unserem blauen Gefährt vor. Nun heißt es Abschied nehmen. Wir würden uns so gern auf ganz spezielle Art bei Dona bedanken, wissen aber nicht wie.
Aber scheinbar gibt es eine höhere Macht, denn der „Wolle-Rose-Mann“ kommt genau in diesem Moment um die Ecke. Sein Tagesgeschäft war Gott sei Dank nicht so prickelnd, so dass für Dona ein wunderbarer Rosenstrauß in Rot und Gelb rausspringt. Natürlich zum Spezialpreis, denn der Verkäufer ist froh über den versöhnlichen Ausklang seines Tages.
Und unsere Dona freut sich derart, dass Ulli sich ein paar Tränen wegwischen muss.
Das Ende eines gelungenen Tages in der Città Eterna.
Gazie a te, cara Dona!!!



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