Ambrosianischer Karneval oder unser Heimweg über Mailand

09. März 2020
Wir sind schon sehr früh auf den Beinen, denn heute heißt es Abschied nehmen von der geliebten Toskana und irgendein Ziel in Norditaliena, kurz vor der Schweizer Grenze, anzupeilen.
Auch wegen des großen Radrennens, das heute in Siena stattfinden wird und wir deshalb sehr viel Verkehr erwarten, wollen wir diese Region relativ früh und hoffentlich staufrei verlassen. Und das gelingt uns auch.
Auf der Schnellstraße zwischen Siena und Florenz ist in Richtung Norden freie Fahrt und in Richtung Süden schon Stau: Reisebusse, Fahrradteams und viel zu viel Autos reihen sich bereits jetzt gegen 9 Uhr kilometerlang hintereinander. Und dann die Frage von Ralf, die einen kurzen Schock in Ulli auslöst:
„Hast Du alle Papiere und Pässe?“ – Natürlich nicht! Die Personalausweise liegen nämlich noch im Büro des Agriturismo in Uopini bei Siena. Aber wir sind nicht dokumentenlos, denn unsere Reispässe haben wir auch dabei. Also wird mit der netten Besitzerin telefonisch abgeklärt, wie wir wieder zu unseren Ausweisen kommen – sie wird sie direkt am gleichen Tag per Post zu uns nach Hause schicken – und weiter geht es mit bis dahin noch unbekanntem Ziel in Richtung Norden.


Ein letzter Blick von der Autobahn auf die Domkuppel von Florenz und kurze Zeit später liegt sie hinter uns: unsere geliebte Toskana!
Die Fahrt verläuft einigermaßen staufrei. Ein kurzer Stop im Fidenza Village ist auch noch drin – hier kann man wunderbar einkaufen – und dann sind wir wieder auf der A 1 in Richtung Mailand mit dem eigentlichen Ziel Cernobbio oder vielleicht auch Germignaga.
Mailand – wäre da ein toller Platz in Stadtnähe , wäre das doch auch ein toller Abschluß, oder?

Es gibt da einen Camping in Autobahnnähe mit Bus/U-Bahnanbindung ins Zentrum, den wir uns dann etwa 10 km vor der entsprechenden Autobahnausfahrt auskucken, um von hier aus diese, für uns noch unbekannte Stadt zu besuchen.
Der Camping hat wenig Charme und hier läuft zu dieser Zeit des Jahres alles auf Sparflamme. Die einzigen Gäste sind große Gruppen pubertierender Jugendlicher. Also ist an Ruhe nicht wirklich zu denken. Aber egal. Wir haben einen Nachmittag und einen Abend, um uns erste Eindrücke dieser Stadt zu holen und so geht es direkt nach unserer Ankunft per Taxi zur Piazza del Duomo.
Hier pulsiert das Leben und das Wetter ist himmlisch. stahlblauer Himmel, goldenes Sonnenlicht und heute ist hier der Haupttag des Ambrosianischen Karnevals. Ja, wir haben den Samstag nach Karneval, aber in der Region um Mailand wird Karneval eine Woche später gefeiert. Und das so richtig!

Überall liegt Konfetti und die meisten Menschen sind verkleidet. Es wird getanzt. Überall ist laute Musik und es macht Spaß die Menschen zu beobachten und zu fotografieren. Unsere Bilder zeigen nur Ausschnitte des ganzen Treibens. Es ist wirklich ein Erlebnis – sogar für den Faschingsflüchtling Ralf.


Und obwohl Allie und Amadeo in keinerlei Kostüm stecken, sind sie auch hier in Mailand irgendwie die heimlichen Stars. Viele halten an, wollen die beiden streicheln oder fotografieren. Der ein oder andere steckt vor lauter Begeisterung den Kopf direkt in den Wagen, um unsere beiden Fellzwerge auf die Stirn zu küssen. Ein echt nettes Völkchen!
Das Witzigste ist eine Frau, die mit ihren Freundinnen auf Karnevalstour ist. Sie quietscht schon vor Begeisterung, als sie die beiden von Weitem sieht. Und dann will sie wirklich alles Mögliche wissen. Das Gespräch dauert so lange, dass sie aufeinmal sagt: „Wo sind die Mädels denn jetzt hin? Hab ich solange geschwätzt?“ Und dann ist sie hektisch von dannen gezogen. Einfach liebenswert…


Aber das wissen wir ja bereits, denn unsere liebe Cristina, unsere Italienischlehrerin- oder besser unsere liebe Freundin, die uns ihre Muttersprache beibringt – kommt aus dieser Stadt und hat uns schon so oft gesagt: „Ihr müsst da unbedingt hinfahren! Das wird Euch gefallen!“
Und das tut es auch. Klar sehen wir nicht wirklich viel in der kurzen Zeit, aber das was wir sehen, ist auf jeden Fall viele weitere Besuche wert.
Wir lassen uns durch die fröhlichen, bunt gelkleideten Menschen treiben und landen bei einem Aperitivostop am Castello Sforzesco. Hier ist nun der große Moment gekommen, um Cristina anzurufen und ihr eine kurze Live-Übertragung der Atmosphäre Ihrer Stadt zu geben und ihr von unserem ungeplanten Besuch in Mailand zu erzählen. Und es ist wunderbar – sie freut sich und es macht uns Riesenspaß, wie man an Ullis Gesicht sicher ablesen kann.

Cristina ist begeistert und hat natürlich jede Menge Ratschläge, aber es ist schon relativ spät und wir sind von der Fahrt natürlich auch müde. Aber so ein zwei Weinchen und ein nettes Abendessen sollten doch noch drin sein.
Wo genau wir zum Abendessen landen, wissen wir ehrlich gesagt nicht mehr. Es ist eine übervolle, nett beleuchtete Trattoria Pizzeria. Wir dürfen draußen sitzen, nett mit Decken ausgestattet und das Essen ist herrlich. Da wir relativ spät sind, hat die Bedienung dann auch etwas Zeit für uns und wir haben ein sehr nettes Gespräch mit ihr. Natürlich waren wie so oft unsere beiden hübschen Hunde der Auftakt auch für diese Konversation. Ein überaus gelungener Abend in einer wundervollen Stadt und tollen Erfahrungen mit netten Menschen. Und natürlich ein toller Abschluss für unsere völlig ungeplante „Städtetour“ durch Italien…..
….seid Ihr bei der nächsten Reise auch wieder dabei? Nun ist endlich mal Pause von der Coronapause, d.h. Reisen ist mit Einschränkungen wieder möglich….Folgt unserer nächsten Tour…..bald geht es los….
Für Euch begeben wir uns auf „die Suche der Perlen von Zeeland“

Auf der Suche nach den Perlen von Zeeland…..demnächst in unserem Blog….

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