Wie kochen wir uns die Toskana in die eigenen vier Wände?

18. Oktober 2020
Es ist Oktober….von einem goldenen Oktober kann in diesem Jahr aber leider nicht die Rede sein.
Es ist eher grau. Und genau das passt irgendwie zum Rest dieses Jahres. Corona breitet sich weiter stark in Europa aus und Italien rückt in fast unerreichbare Ferne.
Da hilft nur eins: wir kochen uns die Toskana nach Hause!!

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Gewählt haben wir dafür ein typisches, toskanisches Pastagericht, nämlich Pici all’Aglione – dicke, handgerollte Spaghetti mit Knoblauch-Tomatensauce, hergestellt aus den riesigen Knollen aus dem Val di Chiana im Nordosten der Toskana.
Ja, diese Knolle ist wirklich riesig. Wir haben uns zwei davon aus Arezzo mitgebracht. Zusammen brachten sie 800g auf die Waage.
Natürlich kann man ersatzweise auch normalen Knoblauch nehmen, aber eigentlich sagt es schon der Name des Gerichtes: Pici all’AGLIONE – dicke Spaghetti mit riesigem Knoblauch
(aglio (ital.) für Knoblauch – hängt man bei einem italienischen Wort ein „one“ an, bedeutet dieses eine Steigerung in der Größe)
Und, wie auf den Bildern zu sehen…..die Knollen sind wirklich groß!!

Herbstblues macht Lust auf Pasta…
Die Riesenknolle und Pastateig, der zu Pici werden will…


Und so kocht man sich die Toskana zuhause in die vier Wände:

500g Hartweizengrieß mit Salz vermengen
Wasser hinzugeben und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten

Wir benutzen hierfür die Knetfunktion unserer Küchenmaschine! Ein wichtiger Tipp für die Herstellung der Pici: Am besten gelingt die Herstellung dieser dicken Spaghetti an einem nebligen oder verregneten Tag. Denn dann ist die Luftfeuchtigkeit hoch und beim Rollen der Pici zerbröseln diese nicht!!

Den geschmeidigen Teig mindestens eine Stunde in einem Küchentuch bei Zimmertemperatur ruhen lassen, erneut kneten, in eine Rollen mit ca. 3 cm Durchmesser formen, in etwa walnussgroße Stücke zerschneiden und diese mit der Hand auf einem Backbrett zu langen dicken Spaghetti formen.
Nach Fertigstellung kurz in Mehl wälzen, damit sie nicht aneinander hängen bleiben. Ist etwas Arbeit, aber es lohnt sich…

Für die Sauce: eine Riesenzehe des Aglione zerreiben und mit Wasser cremig rühren.
ca. 600g Tomaten waschen, putzen und würfeln und mit dem Pürierstab zerkleinern.
Diese Tomatensauce mit Salz und Pfeffer und gegebenenfalls mit etwas Tomatenmark abschmecken. Erhitzen….
In der Zwischenzeit ausreichend Wasser zum Kochen bringen und die Pici darin „al dente“ kochen.
Die fertigen Pici in eine Schüssel geben, Tomatensauce und Knoblauchcreme hinzufügen, umrühren und fertig. Diese Portion ist für 4 Personen gedacht.

Und jetzt kommen die Feinheiten: Spricht man mit Einwohnern der Südtoskana, halten diese es für eine Sünde Pici all’Aglione mit Parmesan zu mischen und zu essen. Hierzu können sie regelrechte Abhandlungen vortragen. Hingegen sagen Einwohner aus Siena, dass etwas Parmesan zu diesem Gericht nicht ausreicht. Es würde richtig viel Parmesan dazugehören…Ist schon interessant, wie die Geschmäcker da auseinandergehen…

Aber egal….Hauptsache es schmeckt.
Dieses einfache, typische Toskana-Essen ist für uns immer ein Highlight und ein kleines Stück Toskana, das wir uns ganz einfach in die Eigenen Vier Wände kochen können. Buon Appetito!

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