Über das weihnachtliche Noto ungeplant nach Sampieri

23. Dezember 2019
Das oben stehende Schild scheint Synonym für unsere Tour. Alles etwas unstrukturiert, aber gerade das lieben wir am Wohnmobilfahren. Heute stellt sich die Frage : Wo feiern wir Weihnachten? Wir wissen von einem neuen, stadtnahen Platz in Avola und schon steht unser Ziel fest. Das einzige, was wir nicht wissen, ist, dass der Platzbetreiber über Weihnachten bei seiner Familie ist und der Platz daher bis zum 27.12. geschlossen hat.
Egal – ganz in der Nähe liegt die Barockstadt Noto und der Stellplatz dort hat geöffnet. – Wir sind heute die einzigen Camper hier.

Eine kurze Fahrt mit dem platzeigenen Shuttleservice bringt uns gegen 15:00 Uhr in die barocke Altstadt von Noto. Das Licht ist der Wahnsinn und die Tour durch die Stadt unvergesslich. Ein Weihnachtszauber liegt in den Straßen. Man kann die Vorfreude der Menschen auf Weihnachten fast spüren. Es ist schön, in der Nachmittagssonne ein Glas Wein zu trinken. Ein Spaziergang durch die Straßen ist bei diesen Lichtverhältnissen ein echtes Highlight für Fotografen.


Wir genießen es und landen zum Sonnenuntergang in einer süßen, kleinen Bar. Die Tische draußen stehen auf großen Treppenstufen und es gibt kuschlige Decken. Ein traumhafter Weihnachtsaperitivo mit sizilianischen Spezialitäten. Mit magischen Eindrücken und tollen Fotos kehren wir zu unserem Wohnmobil zurück. Bleiben wir Weihnachten hier? Die Frage stellt sich nach der kommenden Nacht nicht mehr.
Die Betreiberfamilie des Platzes ist zwar außergewöhnlich nett und hilfsbereit, jedoch sind die Hunde hier auf dem Platz sehr unerzogen und laut. Besonders leider nachts.
Echt schade, denn wegen der tollen Stadt wären wir gerne noch geblieben!

24. Dezember 2019 Heiligabend
Wohin heute? Es ist Weihnachten und Traumwetter, doch wir sind etwas traurig, dass wir immer noch nicht den perfekten Platz für die Festtage gefunden haben. Da in der Nähe von Pachino einige geöffnete Wohnmobilstellplätze sein sollen, entscheiden wir uns für einen Einkauf im Supermarkt in besagter „Tomatenstadt“.
Das mit den Stellplätzen entpuppt sich zu einer Ente.
Es ist schon nach 13 Uhr und wir wissen immer noch nicht, wohin? Den kleinen Campingplatz von Sampieri, auf dem wir vor ein paar Jahren schon mal waren und der ganzjährig geöffnet haben soll, erreichen wir telefonisch leider nicht. Was also tun?
Wir beschließen trotzdem dorthin zu fahren. Eine perfekte Entscheidung für die Feiertage, wie sich herausstellen sollte.

Ankunft auf Sizilien

21. Dezember 2019
Gut ausgeruht und bei einem ausgiebigen, vorweihnachtlichen Familienfrühstück rückt der Wetterbericht für Italien in den Vordergrund. Sturmbedingt scheidet eine Fährüberfahrt nach Sardinien trotz des sonnigen Wetters schon mal aus. Zweieinhalb Wochen Toskana bei unseren Freunden würde die Waage nicht sehr gut finden! Also beschließen wir, weiter in Richtung Süden zu fahren. Dummerweise sind seit heute Ferien in Italien und alle Italiener scheinen die gleiche Idee wie wir zu haben.
Kurz vor Rom erreichen wir (glücklicherweise vollgetankt) den Urlaubsstau, den wir wenige Kilometer vor Neapel, also etwa 200 km später, wieder verlassen. Eine halbe Stunde nach Neapel fängt es dann auch endlich an zu schütten. Und damit ist klar: unser Ziel heißt Sizilien.

22. Dezember 2019
Nach einer Nacht im Nirgendwo bei Padula (ein Agricampeggio in Autobahnnähe – bei dem starken Regen fast nicht zu finden) geht es gegen ca. 7 Uhr wieder auf die Autobahn und weiter in Richtung Süden. Eigentlich hatten wir uns auf die Landschaft Kalabriens gefreut, aber der Wind, der Regen und der Nebel verlangsamen unsere Fahrt erheblich und beeinträchtigen die Sicht..
Aus den geplanten 4 Stunden werden trotz fast leerer Straßen 6 Stunden und wir erreichen bei extremem Wind gegen 13 Uhr San Giovanni. Ohne Anzustehen kaufen wir unser Fährticket am Drive In Schalter und fahren auf die Fähre.
Es ist kalt, sehr windig, ja man kann sogar von Sturm sprechen. Auf der kurzen Überfahrt sehen wir viele grüne Gesichter an der Reling. – Nach unserer Fährüberfahrt wurde die Verbindung für mehrere Stunden wegen des Sturmes eingestellt.-
Und dann sind wir eeeeeeendlich da. Messina bei Sonnenschein, blauem Himmel und 20 Grad.
Der Wetterbericht schickt uns Richtung Süden. Unser erster Stop ist der Womo-Stellplatz in Sant’Alessio Siculo. Die versprochene Ausstattung inklusive der Freundlichkeit des Betreibers Dino unterschreiben wir blind. Sogar ein für uns zubereites Willkommensessen steht plötzlich auf unserem Tisch.
Eine perfekte Begrüßung auf der Insel!!!

Toskana , Sardinien oder Sizilien – wohin an Weihnachten?

19. Dezember 2019
Die diesjährige Vorweihnachtszeit im Büro liegt jetzt hinter uns. Für knapp zwei Monate die doppelte Kundenfrequenz und mittendrin unsere Charity-Veranstaltungen für unsere Kindergärten.
– Puh, wir werden einfach nicht jünger! –

Aber heute wollen wir endlich starten. Vor der Abfahrt noch schnell zum Fototermin mit dem Bürgermeister und zur Weihnachtsfeier unseres Tauchclubs müssen wir natürlich auch.
Es ist schon fast Mitternacht als wir ins Wohnmobil steigen.
Wir sind gerade mal 20 km weit gekommen als wir in eine dicke Nebelsuppe eintauchen. Nebel von Frankfurt bis Lörrach bremst unsere erste Etappe ordentlich ein.

20.Dezember 2019
Der Nebel ist weg und der sonnige Morgen lässt den Stress der ersten 350 km schnell vergessen.
Mit einer ausgiebigen Gassirunde mit Allie und Amadeo in den Beinen und nach einem leckeren Frühstück macht Womofahren einfach Spaß.
Los geht unsere Tour in Richtung Süden. Wohin genau in Italien ist bis dato noch unklar.
Toskana, Sardinien oder doch Sizilen?

Das Wetter ist wunderschön. Jedenfalls bis zum Vierwaldstädter See. Hier ist es zwar mit 17 Grad außergewöhnlich warm, aber der Wind erreicht schnell Sturmstärke und begleitet uns bis in die Region Livorno in der Toskana. Hier kommt dann auch noch starker Regen hinzu.
Gegen 19 Uhr Uhr kommen wir endlich an. Es ist dunkel, nass und das Wohnmobil wackelt in den Windböen bedenklich.
Aber egal – wir sind da und genießen das Wiedersehen mit unsere „Toskanafamilie“
Und da ist es – das Italien-Feeling!!


Warum eigentlich ein „REISERÜCKBLICK-BLOG“

Ja…warum eigentlich oder sollten wir fragen: Warum eigentlich nicht?
Es ist Frühling….die Natur erwacht und unsere Lebensfreude wird durch die angespannte Situation der Coronakrise gedrückt.
Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es immer wieder diese Frustmomente gibt…es ist vielleicht ein Lied im Radio, das einen runterzieht oder im Fernsehen läuft eine Reisedoku, die einen traurig macht.
Aber passiert das denn nicht nur dann, wenn wir es auch zulassen?
Gibt es nicht auch die Möglichkeit, den Spieß einfach rumzudrehen?
Warum benutzen wir nicht einfach einen Song aus dem Radio, der uns an einen Urlaub erinnert, um uns in unserer Phantasie dort hinzuträumen? Warum versuchen wir nicht einfach in unserer Phantasie zu reisen?
Vielleicht weil wir es durch die visuelle Überreizung aus den Medien und dem Internet fast verlernt haben?
Und nun zur Wiederinbetriebnahme fehlt die Bedienungsanleitung oder sie ist so vergilbt, dass man sie kaum mehr lesen kann…
Wir möchten mit unseren Beiträgen eine Hilfestellung zum „Wiedererlangen der Fähigkeit in Gedanken zu verreisen“ geben.
Zwar mit Berichten aus unserer Vergangenheit, aber wir sind uns sicher, dass der ein oder andere von Euch bereits selbst an den gezeigten Orten war und so Bekanntes erkennt, sich an schöne Dinge erinnert und plötzlich in Gedanken kurz dort sein kann. Oder dass derjenige, der schon lange von einer unserer Destinationen träumt, schon viel darüber gelesen und für seinen Aufthalt gelant hat, nun aber leider zuhause bleiben muss, dadurch eine „kleine Ersatzreise in der Phantasie“ dorthin unternehmen kann.


So….genug philosophiert…freut Euch auf den nächsten Bericht….legt schon mal die bequemen Reiseklamotten bereit und wartet bis Euch unser Womo zur nächsten „Traumreise nach Italien“ abholt.
…so viel sei schon mal verraten: alle Wege führen nach Rom!

Willkommen in unserem FotoCamper-reiseblog