Frühstück mit Herz, Tränen im Augenwinkel und Abschied von Italien…

6. Oktober 2020
Wie wir diese Tage hassen. Wir müssen nach Hause. Allie und Amadeo merken das und wollen auch nicht aufstehen. Doch gegen 9 Uhr sind wir dann doch unterwegs in die Bar an der Rocca zum Italienabschiedsfrühstück. Es ist der perfekte Platz, denn neben den georderten Cornetti gibt es noch kleine Überraschungen aus der Confisserie. Dass die Sonne dann auch noch herauskommt, um das ganze abzurunden, ist einfach nur kitschig.

Und dann kommt der Moment: Abfahrt zum wirklich letzten Italienstopp dieser Tour: der kleine Supermarkt neben unserer Lieblingsgsbar am Comer See. Einkaufen…Pause in der Bar, Tränen wegwischen und los geht es nach Hause.

Wann können wir wiederkommen? Wer weiß das schon im Moment? Eins ist aber klar: wir freuen uns jetzt schon drauf!

Ein klarer Morgen, Arezzo und warmherzige Menschen in Soragna

5. Oktober 2020
Wir hatten eine nicht so erholsame Nacht. Ralf war es schlecht und der Regen trommelte in heftiger Lautstärke aufs Dach. Doch heute Morgen sieht Alles anders aus. Die Wolken reißen auf und die Sonne scheint über die unter uns liegende Toskana und Teile Umbriens. Ein wunderbarer Anblick von hier oben auf diesem Aussichtsplatz in Cortona.


Nach einer Gassirunde mit den Fellnasen geht es weiter nach Arezzo. Hier erfüllen zwei Schweizer Paare jeweils mit Wohnmobil das „Kosakenzipfelklischee“ Es fehlt eigentlich nur noch, dass sie sich gegenseitig den Toilettentank ausleeren. Egal…wir machen uns kurz stadtfein und schon sind wir auf dem Weg in die letzte Stadt, die wir in der Toskana besuchen wollen. Arezzo, die Stadt am Hang mit einer der beeindruckendsten Hauptplätzen der Toskana. Hier stellt sich die Frage: Es gibt ja einen weltberühmten schiefen Turm von Pisa: Arezzo könnte durchaus Anwärter auf die schiefste Piazza sein!
Das Licht und die Wolken sind wie gemacht, um diesen besonderen Ort im Bild festzuhalten. Es hat riesig Spaß gemacht, hier zu fotografieren. Unterwegs erstehen wir zwei der für die jahreszeit typischen Aglione, wie der Name bereits sagt: riesige Knoblauchknollen. Und welcher Toskanafan kennt sie nicht: die Aglione-Sauce zu den Pici…..

Bei unserem Stadtspaziergang gönnen wir uns am Portal der Kathedrale eine letzte Pappa al Pomodoro (Tomatensuppe) und eine Ribollita ( Gemüsesuppe) bevor es in Richtung Womo zurückgeht. Etwa zweieinhalb Stunden Fahrt liegen vor uns. Wir passieren Bologna und erreichen gegen Viertel nach 5 das beschauliche Soragna, ein Städtchen in der Culatellozone, einem der teuersten Schinken Italiens.

Erstes Ziel ist die Bar an der Rocca und was wir hier erleben, ist einer der Gründe, warum wir Italien so lieben. Neben einem Traumaperitivo sind es die beiden Inhaber der Bar, die uns diesen letzten Abend dieser Tour unvergesslich machen. Sie verwöhnen uns mit Leckerein und integrieren uns ins Gespräch der Barbesucher. So, als würden wir einfach dazu gehören. Gegen 20 Uhr verabschieden wir uns ins um die Ecke liegende Restaurant. Das Abendessen ist einfach, aber herrlich. Auch hier sind die Menschen auffallend nett. Einfach schön.

Und dann die Krönung des Abends: wir sind im Prinzip schon in Richtung Übernachtungsplatz unterwegs, als es hinter uns pfeift. Ja, tatsächlich, der Mann meint uns. Es ist der Inhaber der Bar. Seine Schwester möchte sich so gerne noch verabschieden. Ob wir Kurz nochmal in der Bar vorbeischauen würden. Klar machen wir das, ist ja nur um die Ecke. Ein kurzes Schwätzchen und kurze Zeit später fallen wir völlig müde aber glücklich ins Bett….war das mal wiederein Italienerlebnis!!!

Schneckenaperitivo und toskanisches Traumlicht

4. Oktober 2020
Ja, gestern hatten wir frei, aber trotzdem müssen wir etwas zum gestrigen Tag oder besser Abend beitragen. Pünktlich um 18 Uhr kommt unser Massimo mit seinem Taxi und bringt uns noch einmal ins naheliegende Campiglia Marittima. Ein paar Fotos in der Abendsonne und schon sitzen umringt von Einheimischen in der Bar an der Hauptpiazza. Der Vermentino ist herrlich, die Stuzzecchini sind lecker und wir unterhalten uns so gut, dass wir nicht mal mitbekommen, dass es regnet. Eigentlich wollen wir ja Essen gehen, aber des Regens wegen klemmen

wir unsere Fellnasen unter den Arm, um wenige Meter später in Simona’s Bar anzukommen.

Hier gibt es neben einem Plausch mit Simona’s Freunden und leckeren Rotwein al km „0“, eine echte toskanische Spezialität, die Simona’s Mama heute zubereitet hat: Le Lumacche in sugo rosso oder für Euch: Schnecken in roter Sauce. Am witzigsten war, dass Ralf diese nur mit geschlossenen Augen essen konnte. Dann noch etwas Pasta con Alici und ein wunderbarer Abend mit einem schönen Wiedersehen endet fast gegen 22:30 Uhr…denn in San Vincenzo angekommen folgt noch ein Plausch mit Defi, Roby und deren Freund Gabry….ach ja…es gab selbstgemachten Schokolikör…

Heute heißt es Abschied nehmen von San Vincenzo und dieses Mal ist der Kloß im Hals riesig, denn ob wir Nonna Maris nochmal wiedersehen. Wir hoffen es, aber wir wissen es nicht. Eigentlich ist unser Ziel für heute Lucca und dann Marina di Camaiore. Aber in Cecina verlassen wir die SS1 und fahren in Richtung Volterra. Die Fernsicht ist herrlich und wir begnügen uns mit verschiedenen Fotos des Stadtpanoramas. Unser nächstes Ziel soll Colle di Val d’Elsa sein, denn hier waren wir noch nicht. Der letzte Parkplatz an der Stadtmauer ist unserer und schon befinden wir uns innerhalb der alten Mauern. An einer Hochzeitsgesellschaft vorbei erreichen wir nach dem Űberqueren des Domplatzes eine Bilderbuchrestaurantterrasse….ehrlich gesagt gefällt uns die Musik, als wir den Eingang des Restaurants passieren: die Musik passt aber auch zum gebotenen Essen…sehr, sehr lecker. Gegen halb 3 geht unsere Tour weiter….

Vorbei an der Festung von Monteriggioni und Siena soll es nach Cortona gehen, dem angeblich schönsten Bergdorf der Toskana. Und der Wahlwohnort unseres Lieblingssängers Jovanotti hat wirkliche Bilderbuchzüge. Während die Sonne scheint ist es toll, kaum ist diese aber weg, wird es zugig….egal ein Aperitivo geht immer. Die Wahl einer Bar ist leider daneben, der Aperitivo ist solala und qualitativ so wie die Bedienung, die massiv an Frankenstein erinnert….

Entsprechend ist die Nacht mit verdorbenem Magen etwas anstrengend, aber morgen müssen wir unbedingt fit sein, denn morgen ist der letzte Tag in der Toskana für dieses Mal und Covid sei Dank, wer weiß schon, wann wir wiederkommen dürfen…morgen vielleicht Arezzo….wir berichten für Euch…

Wenn Wände Geschichten erzählen – ein Besuch in Campiglia Marittima

02. Oktober 2020
Der Sturm mit Windböjen der Stärke 8 beginnt pünktlich um 2 Uhr nachts. Unser Wohnmobil wackelt und wir haben eine wirklich „stürmische“ Nacht. Etwas unausgeruht treffen wir am heutigen Morgen beim Frühstück auf unsere Tauchgruppe. Vielleicht ist das so, wenn man eine Gruppentour organisiert…irgendwann geht einem das permanente Gemeckere derart auf den Zeiger, dass man einfach nur weg möchte. Wir organisieren ja gerne Reisen für Freunde, aber so ein merkwürdiges Benehmen haben wir selten erlebt.

Es folgt ein klärendes Gespräch, aber der ein oder andere versteht unseren Ärger scheinbar immer noch nicht. Egal…unser nächster und letzter Programmpunkt ist eine Tour mit Cristina durch Campiglia Marittima. Sie zeigt uns ab 15 Uhr bei einer etwa zwei Stunden
dauerndenn Tour Reliefs, Inschriften und sonstige Zeichen an den Wänden der Häuser ihrer Stadt Campiglia Marittima.

Über einen der bedeutendsten Entdecker der Etruskischen Stätten hier an der Costa degli Etruschi Isidoro Falchi, einen Kämpfer, der sich für die schulische Bildung eingesetzt hat, bis hin zu neuzeitlichen Zeichen zum Schutz der immer seltener werdenden Mauersegler. Es ist wunderbar den Geschichten zu lauschen. Immer weiter bergauf führt uns unsere Tour zur Rocca, der mit Sagen umwobenen Festung. Selbst die Templer werden mit dieser Festung in Verbindung gebracht….Aufregend und wunderschön zugleich…ich hatte zu Beginn vergessen zu erwähnen: der Sturm hält immer noch an und der Wind pfeift durch die engen Gassen, was die ganze Tour noch etwas mystischer macht.

Auf dem Weg zur Pieve di San Giovanni, der Kirche Johannes des Täufers, kommen wir an einem alten Alchemistenzeichen vorbei, das auf die Templer verweist. Dieses findet sich dann auch direkt vor dem Hauptportal dieser beeindruckenden Kirche, die heute leider geschlossen ist. Auf einem Aussichtspunkt gelegen beherbergt dieser mystische Ort nicht nur den Bezug zu den Templern, sondern an seinen Mauern ruht etwas versteckt das mystische Sator-Quadrat…wir lauschen gebannt Cristinas Ausführung, finden dank ihrer Hilfe die versteckten Wächter im Mauerwerk und der ein oder andere stellt sich bestimmt vor, wie es hier einst gewesen sein könnte. Dass dann auch noch das Tor, das wir vor wenigen Minuten passiert haben, wie von Geisterhand geschlossen wurde….Mysterie, Templer, Sator….nein, ab 1. Oktober schließt das Friedhofstor bereits um 17 Uhr automatisch. Und unsere ganze Gruppe befindet sich nun eingeschlossen an diesem Ort. Gut für uns, dass es einen Notknopf gibt, der 10 Minuten aktiv ist. Das Tor öffnet sich kurz, wir verlassen diesen Ort und direkt hinter uns schließt es sich wieder von Geisterhand. Mystischer Abschluß einer tollen Tour.

Kurz noch ein Aperitivo in Campiglia, ein zweiter in San Vincenzo und schon sitzen wir beim Abschlussessen unserer Clubreise…bei leckerem Rotwein und später bei Limoncello….ein doch noch schöner Tag geht zu Ende.

Ab Morgen sind wir wieder Fotocamper, wobei wir uns wohl am 3 Oktober einen freien Tag gönnen werden….wir „lesen“ uns….

Eine Weinprobe in Traumkulisse und die Kavallerie der Toskana

30. September 2020
Ja, man wid faul….lediglich einen Ort im Hinterland haben wir besucht, nämlich das kleine beschauliche Sassetta. Nichts Aufregendes, aber die Menschen dort sind sehr nett und die Dorfbar ist bestimmt herrlich für einen Aperitivo. Auf dem Weg zurück schauen wir schnell bei Paolo von Il Falcone vorbei, um kurz noch den Ablauf der Weinprobe zu besprechen. Und dann um halb 5 ist es soweit. Unser Taxi bringt uns nach Suvereto und wenig später befinden wir uns schon im Weinkeller dieses tollen Anwesens. Eine kleine Theoriestunde zur Weinerzeugung auf Deutsch (Herzlichen Dank, Paolo!) und dann kommt der gemütliche Teil des Abends: Weine verkosten…

Wir sitzen im Sonnenuntergang und lassen uns die Tropfen schmecken. Das dabei die Zeit wie im Flug vergeht, ist wohl jedem klar. Von hier aus geht unser Weg ins kleine Städtchen Suvereto, einem mittelalterlichen Juwel.

Ohne Covid wäre da jetzt um halb 9 noch Leben auf den Straßen und die Läden hätten geöffnet, aber dieses Jahr ist eben alles anders. Wir bleiben in einer kleinen Weinbar neben der kleinen Kirche hängen. Eine schnelle Ribollita und gegen 22 Uhr bringt uns unser Taxi wieder zurück nach San Vincenzo.

01. Oktober 2020

Der heutige Donnerstag steht wieder ganz im Zeichen des Tauchens. Schon früh brechen wir nach Porto Santo Stefano auf. Die Bedingungen sind gut: kaum Wind und es ist sonnig. Leider können wir nicht mit dem Boot rausfahren, denn wir haben die Schwimmwesten unserer kleinen Fellnasen vergessen. Aber es ist ja immer alles für Irgendetwas gut.

Die Sichtweite hat sich enorm gebessert und so begeben wir uns in die Richtung, wo wir bei unserem letzten Tauchgang das Seepferd gefunden hatten. Schon beim ersten Tauchgang finden wir es wieder, neben vielen wundervollen Winzlingen. Der Partner dieses Tieres, den wir bereits bei der letzten Sichtung gesucht haben, bleibt uns auch dieses Mal verborgen. Gut, dass wir einen zweiten Tauchgang machen. Der Partner oder vielleicht ist es auch nur das Kind ist schwarz und winzig klein, aber bildschön. Aber seht selbst auf den Fotos. Und wie das so ist: nach langer Suche hat man endlich auch das zweite Pferd gefunden, da liegt ein drittes direkt an der Boje, die wir für diesen Tauchgang gesetzt haben. Zufrieden mit dem Fund der Kavallerie verlässt Ulli das Wasser, während Ralf noch Saskia, Patrick, Stephan und Stefano in den „Stall“ führt, um die Pferdchen zu präsentieren. Ein wirklich gelungener Abschluß für einen schönen Tauchtag.

Im Anschluß treffen wir uns mit Salvatore und Stefano zum Aperitivo in der Weinbar und kurze Zeit später sitzen wir mit Susanna in unserem Lieblings-Il-Moletto bei Antipasti Misti di Mare….über Nacht soll ein Sturm aufziehen. Wir werden berichten…..