Glücklich in Zeeland,merkwürdige Wesen und was sind eigentlich Roerbakgroenten?

23. Juni 2020
Wir haben geschlafen wie die Murmeltiere. Wahrscheinlich weil wir alle total happy sind, dass wir noch hier sind. Vor allem unserem „Fußkranken“hat die Ruhe gut getan. Er springt zwar nicht aus dem Bett wie ein Reh, aber die Bewegungsabläufe grenzen schon fast an Normalität. Amadeo und Allie sind auch happy, weil wir alle vier gemeinsam die Runde durch Brouwershaven laufen…aber am meisten freut sich Ralf. Denn wir sind nicht gefahren – wir sind immer noch hier – glücklich in Zeeland.

Heute soll es nach dem Gassirunde-Lebensmittel- Einkaufsaufenthalt in Brouwershaven nach Den Osse zum Tauchplatz Nieuwe Kerkweg gehen, in der Hoffnung, dass es heute nicht ganz so voll ist.
Als wir gegen 9 Uhr hier ankommen sind wir das 6. Fahrzeug. Gegen Mittag nach unserem ersten Tauchgang stehen etwa 30 Fahrzeuge hier. Aber das ist noch im Rahmen, denn das Tauchgebiet ist recht weitläufig.

Wenn man den Tauchplatz allerdings von vor 5 Jahren kennt, muss man leider sagen, dass an den Reefballs sehr viel kaputtgetaucht wurde. Daher meiden wir diesen Bereich des Riffes auch bei unseren nächsten Tauchgang.


Was uns besonders beeindruckt ist die Begegnung mit einem Froschdorsch – einem Wesen wie aus dem Gruselfilm. Wäre er deutlich größer als die gerade mal 40 cm, könnte man schon etwas Angst bekommen.
Auch die schönen gelben Anemonen sind wundervoll anzusehen und ab und zu wünscht man sich bei der heutigen Sichtweite und dem gewählten Objektiv, ein spielender Seehund würde unter Wasser vorbeikommen.
Mit unseren Aufnahmen zufrieden verlassen wir nach etwas „Taucherkino“ unseren Parkplatz gegen 19 Uhr.

Der nächste Stopp ist der Plusmarkt in Scharendijke. Es geht um das Thema Abendessen. Wir entscheiden uns für eine Fast-Fertig-Mischung mit frischen Zutaten…Kip heißt Huhn, das wissen wir. Paprika ist jetzt nicht wirklich schwierig. Aber was zum Geier sind Roerbakgroenten? Hat man kein Handy zur Hand hilft nur eins: Fragen!
„Roerbakgroenten sind Roerbakgroenten, ich weiß aber nicht,wo wir die haben!“ Süße Antwort, oder?

Aber jetzt wissen wir’s:
Roerbakgroenten sind Gemüsemischungen zum Anbraten in allen möglichen Varianten: Thai, Italienisch, Chinesisch…
Schließlich sind alle Zutaten im Wagen, schnell sind sie bezahlt und zurück geht es nach Zonnemaire. Unser Abendessen ist Kip Ketsap, ein indonesisch angehauchtes Gericht….relativ schnell fertig und lecker ist es auch…

Noch eine Runde Spielen mit den Fellzwergen und dann heißt es: Bilderschauen, Aussuchen, Text schreiben und ein Sonnenuntergangsbier genießen. Für den morgigen Tag soll es an einen für uns neuen Tauchplatz ans Versemeer gehen…nach Geersdyk….wir sehen uns morgen…

Gedanklich schon abgereist, aber Zeeland ist stark…

22. Juni 2020
Es ist wieder herrlich ruhig auf dem Camping, denn das Wochenende ist vorbei. Wir haben alle vier saugut geschlafen, doch das Aufstehen von Ralf ist heute Morgen irgendwie anders. Ob das etwas mit seinem „Umknicken“ gestern spät am Abend zu tun hat. Ja es hat…er hat Schmerzen am Fuß. Tapfer wie er so ist, versucht er mit Bewegung ( mit den Fellnasen Gassi gehen) wieder etwas Beweglichkeit in seinen Fuß zu bekommen. Doch auch das misslingt…

Nach einem kleinen Appell an die Vernunft kommen wir zu dem Schluss, dass es wohl besser wäre, die Taucherei in diesem Urlaub sein zu lassen und vielleicht etwas die Küste Frankreichs zu erkunden. Wir sind gedanklich schon unterwegs, sagen bei Yvonne Bescheid, dass wir auschecken. Dann fahren wir extra nach Brouwershaven zum Geldautomaten Bares holen und kaufen einen netten, kleinen Blumenstrauß für Yvonne, weil wir ja eigentlich länger bleiben wollten. Auf dem Rückweg lassen wir noch Gas nachfüllen und vielleicht ist die nette Frau, die uns dort bedient, der Grund, dass Ralf sich kaum an unserem Platz angekommen zu mir neigt und sagt: „Wir bleiben hier!“

Zeeland ist so stark, unser geliebtes Zonnemaire so schön…wir alle vier sind glücklich mit der Entscheidung. Unterwegs versuchen wir neue, stabilere Füsslinge für Ralf fürs Tauchen zu kaufen, doch dank Corona haben alle Tauchshops heute geschlossen.

Immerhin erwerben wir Tape, um den Fuß zu stabilisieren und bekommen Anleitung von Patrick, dem „Physiozinmann“ unseres Vertrauens mittels Whatsappschaltung aus Kroatien…ganz herzlichen Dank.

Ach ja: Tauchen gehen wir heute auch, erneut in Wolphaartsdijk am Veersemeer, des einfachen, fußfreundlichen Einstiegs und der langen Aufladefahrt unserer Batterie wegen.

Die Tauchgänge heute sind nicht ganz so aufregend wie gestern, aber sie dienen der Entspannung. Nette Sichtweiten und ganz alleine ohne weitere Taucher…und das Wetter: ein Traum. Vor lauter bereits erfolgter Packerei vergessen wir beim ersten Tauchgang den Blitz ins Gehäuse einzubauen, beim zweiten Tauchgang ist der Blitz zwar eingebaut, verweigert aber seinen Dienst…wir hoffen, die Bilder gefallen Euch trotzdem!

Von Wolphaartsdijke aus geht es nach dem Tauchflaschenfüllen über die Zeelandbrücke in Richtung Zonnemaire, wo wir nun bei einem „Womo-Aperitivo“ die Abendsonne genießen, Text schreiben und wenn die Lichtverhältnisse es zulassen Bilder sichten…und morgen freuen wir uns auf Zeeland…..

Ein „heerlijke Duik in Wolphaartsdijk“ oder wenn die Sepiola tanzt…

21. Juni 2020
Heute ist der erste Sonntag im Sommer. Scheinbar wissen wir alle vier davon, denn wir schlafen deutlich länger als sonst. Der Tag beginnt mit blauem Himmel, jedoch zieht sich dieser relativ schnell mit dicken Wolken zu. Ralf stellt beim Check der Wohnraumbatterie fest, dass diese über Nacht nicht geladen hat, was uns bei der nicht vorhandenen Tagesplanung hilft: Es soll nach Wolphaartsdijk ans Veersemeer gehen, in der Hoffnung die Batterie durch die Fahrt wieder aufladen zu können.Außerdem gibt es dort eine Füllstation für unsere Tauchflaschen und einen Sparmarkt mit frischen Brötchen…also alles, was man für Taucher’s schönen Sonntag braucht. An Zierikzee vorbei geht es über die Zeelandbrücke, allerdings mit kurzem Stop vor dem Bereich der klappbaren Straße, denn ein Schiff möchte passieren.

Also stehen wir für etwa 10 Minuten auf dieser gigantischen Brücke und warten. Kurze Zeit später erreichen wir den Yachthafen von Wolphaartsdijk. Hier befindet sich auf dem ehemaligen Campingplatzgelände nun eine Grossbaustelle für den Bau vieler Ferienhäuser. Die Füllstation ist etwas umgezogen, aber der Sparmarkt ist noch der alte geblieben, die Brötchen Gott sei Dank nicht….sie sind herrlich frisch und besonders die Kirschplunder ist der Renner des heutigen Frühstücks.

Danach genießen wir von der Mauer auf dem Deich aus ein wenig das Taucherkino, wie Ralf immer so schön sagt. Wir beobachten unsere Tauchkollegen beim Zusammenschrauben des Materials, beim ins Wasser gehen….einfach unterhaltsam…

Und dann wird es Zeit, selbst ins Wasser zu hüpfen. Lange ist es her, dass wir das letzte Mal hier zum Tauchen waren….mit ein wenig Vorfreude, aber ohne großartige Erwartungen geht es unter die Wasseroberfläche und direkt auf ca. 8 m Wassertiefe beginnt er völlig überraschend:

der Tanz der Sepiola, des kleinen wundervoll gefärbten Kopffüssers oder auch einfach Mini-Tintenfisch.

Aber auch der Rest des Riffes bietet filigrane Unterwasserbewohner. Ralf gelingt sogar eine Begegnung mit einer riesigen Nacktschnecke und wir sind schon ganz gespannt, wie die Aufnahmen geworden sind. Das Riff ist klein und sehr empfindlich, da der Boden aus sehr feinem Seidment besteht. Jede heftige Bewegung wird mit schlechter Sicht bestraft und bei so mancher Begegnung mit unseren Taucherkollegen vermindert sich die Sicht bis auf Null. Schade….
Neben der Sepiola begegneten uns heute große grüne Samtschnecken, wundervolle Gesprensterkrabben, mystisch wirkende Anemonen, bizarre Quallen und vieles mehr….

Mittlerweile ist es halb 8 Uhr abends. Wir sind hier am Deich nach unseren beiden Tauchgängen nun noch die einzigen. Alle anderen scheinen bereits zuhause zu sein. Wir sind am Überlegen, ob wir heute Abend den Sonnenuntergang am Brouwersdamm sehen möchten. Vielleicht fahren wir ja über Neelte Jans zurück…. Mal sehen…wir melden uns gleich wieder.

Nach einer Kurz-OP an Amadeos Pfote am Straßenrand (Holzspahn eingetreten) geht es über das Deltawerk zurück nach Schouwen-Duiveland zum Brouwersdamm. Hier wollen wir bei Kibbeling mit Remouladensauce den Sonnenuntergang genießen.
Das Licht ist zwar wunderschön, aber der Wind ist heute Abend so kalt, dass wir bereit gegen 21:45 Uhr aufgeben und in unser süßes Zonnemaire zurückfahren.
Und morgen?
16 Stunden Sonne sind angekündigt…..da wird uns doch wohl was einfallen…

An der Absturzstelle in Dreischor und Lecker Weinchen in „De kleine Schorre“

20. Juni 2020
Es ist Wochenende. Auf dem Camping ist es seit gestern Abend voller. Man spürt, dass die Menschen wieder reisen möchten. Als wir unseren Stellplatz um halb 7 verlassen, schlafen noch alle. In Dreischor aber treffen wir schon auf die ersten Frühaufsteher. Die Sonne scheint wie angekündigt und der Schatten des Deiches fällt aufgrund des niedrigen Sonnenstands noch auf den Parkplatz. Eine tolle Stimmung von Licht und Schatten, die Ralf für Aufnahmen zu seinem neuen Filmprojekt nutzt.

Der Wind ist ablandig und so ist die Wasseroberfläche wieder wie ein Spiegel und wir sind schon gespannt, ob die Sichtweiten das halten, was die Wasseroberfläche verspricht.

Der erste Tauchgang verläuft sehr entspannt. Kein Geblubbere anderer Taucher. Einige Quallen ziehen majestisch durchs Wasser. An der Pumpanlage ist es wundervoll…doch halt, da liegt etwas auf dem Grund, was da nicht hingehört. Eine DJI Phantom 3 – eine Drone, und wir sind die ersten an der Absturzstelle. Wir bergen das Gerät fachgerecht, aber da ist leider nichts mehr zu machen. Immerhin hat sich der Pilot eine wundervolle Stelle für den Dronentod ausgesucht. Angemessen, aber bestimmt sehr ärgerlich.

Der Chip der Kamera funktioniert noch, den Besitzer haben wir auch ermittelt und kontaktiert, und den Datenträger werden wir zurückgeben, wie telefonisch mit dem Piloten abgesprochen. Die Drone dürfen wir beerdigen…

Aufgrund der vielen Taucher ist die Sicht heute leider nicht mit dem gestrigen Tag zu vergleichen. Wir genießen den zweiten Tauchgang trotzdem, obwohl die Bilderausbeute heute aus besagtem Grund etwas geringer ausfällt. Gegen 15:30 Uhr verlassen wir den Tauchplatz und zwängen uns mit dem Womo am Parkplatz des Frans Kok Riffes durch Horden von Tauchergruppen (Corona?) hindurch, um unseren Spätmittagssnack in ‚De Wijnhoeve de kleine Schorre“ in Dreischor einzunehmen.

Es gibt Bedienungen, die ihren Beruf lieben und es gibt die anderen. Eine junge Frau des Teams scheint bei jedem Schritt, den sie für ihre Gäste tun darf, leichte bis mittelschwere Schmerzen zu empfinden. Schade, dass der Chef der Gastronomie auf ausgewogenen Service anscheinend keinen Wert legt.

Aber der Wein ist herrlich und auch der leckere gemischte Teller für zwei Personen mit allerhand Leckereien, die Zeeland zu bieten hat…und Gott sei Dank gibt es dort auch nette Servicemitarbeiter…

Im Anschluss entsorgen wir unser Fundstück und gehen zum entspannten Teil des Tages über. Ausruhen vorm Womo, die Sonne genießen, Text überlegen und schreiben und den morgigen Tag planen…und da ist unser Problem: weil morgen Sonntag ist und bestimmt jede Menge los sein wird, entscheiden wir je nach Aufwachzeit….wir werden berichten…

Dreischor im Focus

19.06.2020
Vorm Frühstück verlassen wir unseren Stellplatz und fahren ins benachbarte Dreischor. Dieser Ort oder vielmehr die Form soll bereits bei einer Siedlung aus der Vorsteinzeit so bestanden haben. Unser Parkplatz ist mehr oder weniger ein Zufallstreffer, denn wir parken direkt an der Aeolusmühle.

Von hier aus führt uns unser Weg ins Zentrum, den die für den kleinen Ort recht große Kirche bildet. Rund herum befinden sich kreisförmig angeordnet, dicht an dicht, wunderschöne, typische Häuser. Allie und Amadeo genießen ihre Gassirunde und das darauffolgende Frühstück. Auf unser Frühstück müssen wir leider noch etwas warten, denn zuerst heißt es in Dreischor am Frans Kok Riff die Flaschen füllen und dann geht es weiter über den schmalen Weg zur Pumpanlage und dem dazugehörigen Tauchplatz Dreischor Gemaal.

Als wir besagten Platz erreichen herrscht herrlicher Sonnenschein. Die Wasseroberfläche ist glatt wie ein Spiegel und es ist noch sehr wenig los. Das Besondere an diesen Platz sind die drei Pfeiler der Pumpanlage, die herrlich bewachsen sein sollen.Aber auch sonst hätte das Riff angeblich ein paar Feinheiten zu bieten…für Euch haben wir bei unseren Vorbereitungen und den beiden Tauchgängen wieder versucht, ein paar schöne Momente über und unter Wasser festzuhalten. Viel Spaß mit den Bildern…

Von hier aus geht es über das erneute Flaschenfüllen an Frans Kok direkt nach Brouwershaven, denn Ullis Füsslinge sind mitten in der Sohle durchgerissen. Der kleine Tauchladen Dolphins am Markt hat den passenden Ersatz. Es folgt ein Lebensmitteleinkaufsschwenk im Sparmarkt und schon sitzen wir wieder im Womo und sind auf dem Rückweg nach Zonnemaire….

Hier heißt es entspannt bei einem Kaffee Bilder sichten, eine weitere Gassirunde mit unseren Fellnasen und den Abend in der herrlichen Sonne ausklingen lassen. Weil uns Dreischor so gut gefallen hat, folgt morgen eine Wiederholung….vielleicht mit einem anschließenden Wochenendaperitivo auf dem Weingut “ De kleine Schorre“…einfach dranbleiben…