Quer über die Insel – mit Ätnablick nach Brucoli

01. Januar 2020

Es ist sehr früh am Morgen als wir in Mazara aufbrechen. Geschlafen haben wir nicht wirklich gut, denn Feuerwerk scheint der Sizilianer liebstes Spielzeug zu sein. Und es war lausig kalt oder besser es ist es immer noch. Ohne Mütze und Winterjacke geht heute kein Morgengassi und selbst Allie und Deomaus sind froh, wieder zum Womo zurückzukehren. Der heutige Wetterbericht sagt uns : „Fahrt weiter in den Südosten der Insel!“

Also starten wir gegen 8 Uhr an der Küste entlang in Richtung Agrigento, von wo aus wir über die Inselmitte in Richtung Catania fahren. Wohin wir genau wollen, wissen wir noch nicht, also quasi so, wie immer. Wir genießen die Fahrt und wie bereits bei unserem letzten Sizilienbesuch raubt uns der erstmögliche, freie Blick auf den schneebedeckten Ätna den Atem.

Um die Mittagszeit erreichen wir die Region Catania und beschließen ganz kurzfristig den Stellplatz in Brucoli auszuprobieren. Dort treffen wir bei herrlichem Wetter auf viele verkaterte, italienische Camper. Überall liegt noch Konfetti von der letzten Nacht und die Sonnenbrillen hier kommen einem irgendwie dunkler vor den kalkweißen Gesichtern vor. Muss eine schöne Party gewesen sein!!

Egal wir bekommen einen der Stellplätze in erster Reihe mit Blick auf seine Majestät Siziliens: den Ätna



Auch das kleine Örtchen entpuppt sich als lohnenswertes Ziel. Aufgrund der Nähe zu Catania haben im Vergleich zu anderen Orten viele Bars und Restaurants geöffnet und bei Sonnenuntergang flaniert man im Ort und auf der kleinen Piazza am Meer entlang. Die Menschen hier sind sehr freundlich und viele halten an, um mit unseren zwei Kuschelbären ein wenig zu schmusen. Der anschließende Aperitivo fällt großzügig aus und wir entscheiden uns aufgrund der Außentemperaturen für eine Pizza zum Mitnehmen.

Unser kleiner Amadeo macht uns schon seit ein paar Tagen Sorgen. Er kratzt sich permanent und auch Baden und eincremen will ihm einfach nicht richtig helfen. So beschließen wir bei unserem Cena im Womo, am nächsten Tag eine Tierklinik aufzusuchen.
Brucoli – Ein toller Platz bei einem tollen Ort und der Sonnenuntergang hat Bilderbuchqualität – klar bei der Szenerie!!

Eine orientalische Entdeckung

30. Dezember 2019
Unsere Fahrt geht weiter. Aber wegen der vielen Wolken und der angekündigten Schlechtwetterphase nicht wie geplant nach Trapani.

Entlang der Salinen fahren wir in Richtung der Stadt Marsala. Unser nächstes Ziel soll eigentlich ein relativ neuer Campingplatz in Petrosino, einem kleinen Vorort, sein. Der Whatsapp Chat war sehr nett und wir freuen uns schon auf den Platz mit angeblich toller Ausstattung und Restaurant in Meeresnähe. In den Salinen entlang der Straße stehen immer wieder Flamingos im warmen Sonnenlicht.

Flamingos in den Salinen von Mozia

Am frühen Vormittag erreichen wir unser Ziel: den Küstenort Petrosino. Der Camping ist sehr gut ausgeschildert und die Fahrt dorthin ist recht angenehm. Wir werden auch schon erwartet: aber weder von anderen Campern noch vom Stellplatzbetreiber. Ein Rudel Wildhunde tanzt wild bellend um unser Womo herum. Wir steigen nicht mal aus….wir fahren direkt weiter.

Aber wohin?..heute wäre eigentlich Waschtag und da hätte das mit dem Campingplatz echt hervorragend gepasst. Bei einem kurzen Stop findet Ralf einen neuen Eintrag in einer Stellplatzapp über einen ganz neuen Platz in Mazaro del Vallo. Ein echter Glücksfall. Gar nicht weit von Petrosino entfernt mit annehmbaren Wetterbericht: sonnig und extrem windig.
Der Empfang ist herzlich. Antonino ist sehr nett und hilfsbereit und erklärt uns alles haarklein. Auch ein paar Tipps für die etwa 1,5 km entfernte Altstadt hat er für uns. Aber heute sind wir faul. Wir bleiben auf dem Platz. Die Waschmaschine ist neu und unser Hochleistungswäschetrockner (die sizilianische Sonne und der starke Wind) helfen uns bei unserem Großwaschtag. Mittags genießen wir ein leckeres Pastagericht mit passendem Weißwein vor unserem Womo….Die Wäsche trocknet, die Maschine läuft, die Wäsche trocknet…aber dieses Mal nicht ganz. Wir schaffen es gerade so alles ins Wohnmobil zu packen, bevor ein heftiges Gewitter mit Starkregen niedergeht.
Abends ist eine Ultrakurzrunde mit unseren Shih Tzus in Platznähe angesagt und dann heißt es…..faulenzen…und Silvester vorbereiten.

31. Dezember 2019
Der Wetterbericht heute ist vielversprechend. Bereits gegen 10 Uhr sind wir zu Fuß in Richtung Altstadt unterwegs. Durch arabisch wirkende Stadtrandlagen erreichen wir schließlich die Lebensader Mazaras : den Mazaro.
Hier liegen viele Fischerboote am Flußufer. Fischerboote so verwittert und alt wie wir sie nur aus unseren Besuchen in Ägypten kennen. Möwen kreischen, es herrscht geschäftiges Leben….man merkt die Vorfreude auf den Silvesterabend. Bereits jetzt schon ist von Zeit zu Zeit Feuerwerk zu hören – oder sollten wir lieber von kleineren Explosionsgeräuschen reden? Egal – Allie und Amadeo stört es nicht und so tauchen wir ein in die wunderschöne Altstadt von Mazara del Vallo.
Unser Frühtück nehmen wir auf der Hauptpiazza ein. Cappuccino mit einem super fluffigen Hefe-Schoko-Brötchen.
Die Sonne ist schon warm und es macht Spaß Menschen zu beobachten. Weiter geht unsere Tour an der Kathedrale entlang in Richtung Lungomare. Ein Ort, wo man sich trifft. Es ist richtig viel los und unsere Fellzwerge genießen die Aufmerksamkeit der Passanten. Schon am Beginn unseres Stadtspaziergangs halten wir Ausschau nach einem eventuellen Restaurant für unser Silvester-Pranzo ( Mittagessen). Auf einer kleinen Piazza sind wir völlig begeistert von einem kleinen Restaurant…na wir werden sehen…

Es ist herrlich durch die Stadt zu schlendern. Die Menschen sitzen draußen, genießen einen Aperol Spritz mit Freunden in der Sonne….es ist schön, das Leben zu spüren. In einigen Alimentari (Lebensmittelläden) kaufen wir noch eine wenig Wein und Lebensmittel für unseren Silvesterabend ein, bevor wir tiefer in die Gassen dieser herrlich nordafrikanisch wirkenden Stadt eintauchen. Es ist gegen ein Uhr als Ralf Folgendes sagt: „Fehlt eigentlich nur noch der Muezzin, der zum Gebet ruft“ Kaum hat er es ausgesprochen, hören wir aus einer der Gassen, den durch Lautsprecher verzerrten Ruf „Allah ist groß, Allah ist mächtig! – Allahuakbar“. Tatsächlich passieren wir kurze Zeit später eine kleine Moschee, in der Menschen gerade beten. Wir hatten ja mit vielen Dingen gerechnet, aber damit nicht.

Wir kehren tatsächlich an das am Beginn unserer Stadterkundung gefundene, kleine Restaurant an der jetzt supersonnigen Piazza zurück. Und es ist auch ein Tisch in der Sonne frei. Die Karte besteht gerade mal aus 6 Gerichten….aber für uns stand eigentlich bereits beim Aufstehen fest: Wenn wir schon hier sind, dann soll es auch ein Couscous-Gericht sein. Wir entscheiden uns für einen leichten sizilianischen Weißwein und nehmen den Couscous mit Fisch – ein echter Traum in der Sonne, ein perfektes Mittagessen für den letzten Tag des Jahres 2019.

Gut gestärkt und etwas beschwipst laufen wir gegen 16 Uhr zu unserem Stellplatz zurück. Ein wundervoller Tag endet mit einem wundervollen Sonnenuntergang. Auf dem Womoplatz herrscht bei allen anderen Campern hektisches Treiben in Vorbereitung auf die privaten Feiern.
Wir haben zwar auch vor zu feiern, aber nach einer Kleinigkeit zu Essen zu einem Glas Rotwein am Abend endet unsere Feier wegen Müdigkeit bereits gegen 22 Uhr. Wir werden kurz von den „Bombengeräuschen der südländischen Knallkörper“ um Mitternacht geweckt, aber das Wachsein reicht nur für einen Neujahrswunsch innerhalb unserer kleinen Familie….Gute Nacht…..und Frohes Neues Jahr!!!

Flucht zu den Windmühlen von Mozia

29. Dezember 2019
Schlaf, was ist das? So fragen wir uns an diesem Morgen. Die nahe gelegene Discothek hat alles gegeben oder besser gesagt: die Bassbox. An Schlaf war bis ca. 5 Uhr nicht zu denken. Allie und Amadeo haben Gott sei Dank normal geschlafen. Was aber auch bedeutet, dass um ca. 7 Uhr auch dieser kurze Schlaf jäh unterbrochen wird mit einem „Hallo, wir wollen Gassi-Gehen!“
Wir flüchten regelrecht von unserem Stellplatz und fahren zum Frühstück in die Bar, wo wir am gestrigen Abend einen so netten Aperitivo hatten . Eine kurz Gassirunde mit unseren Fellnasen und dann ein entspannter Cappuccino und ein leckeres Cornetto….schon geht es uns besser und wir beginnen mit der Tagesplanung. Das Wetter für die Region Trapani sieht recht gut aus und so machen wir uns frisch gestärkt auf den Weg.



Auf unserem Weg passieren wir die Region von Ribera, die Orangenhochburg Siziliens. Und da stehen sie an der Straße, die Orangenbauern. Ein Stand leuchtet mehr als der andere. Natürlich bleiben wir stehen und erstehen zwei Steigen der frischesten Orangen, die wir je gekauft haben. Günstig und superlecker!


Unterwegs schauen wir uns noch den Stellplatz am Hafen von Sciacca an. Ein echt warmes Fleckchen aber es herrscht viel Durchgangsverkehr: Wir sehen uns kurz ein bisschen um und sitzen auch schon wieder im Womo, denn wir wollen vor den Windmühlen noch die Tempel von Selinunte besuchen


Die Wolken sehen zwar alles andere als nett aus und die Sonne lässt sich auch nur ganz kurz blicken. Aber wenn wir schon mal da sind, dann lassen wir uns eine solch schöne antike Städte nicht entgehen. Wegen eines Schauers fällt der Besuch aber leider kürzer aus, als geplant.

Schließlich erreichen wir zur Mittagszeit unser Etappenziel: einen Parkplatz bei den Windmühlen von Mozia. Hier stehen bereits einige Camper und wir gesellen uns auf dem großen Areal gerne dazu.
Der Besuch der „Sonnenuntergangsbar“ ist zwar nur bedingt gut. Es ist voll und die Schlange, um einen Caffè zu bekommen, endlos. Also setzen wir uns nur hin und genießen die Aussicht. Und das alles fast ohne Sonne.
Schade wir hatten uns auf einen sonnigen Nachmittag und einen „Traumsonnenuntergang“ gefreut, aber der fällt dann leider aus. Aber Wolken sind auch schön!!

30. Dezember 2019
War das eine herrlich ruhige Nacht hier an den Windmühlen.
Klar sind wir früh wach, denn wir hoffen auf einen schönen Sonnenaufgang. Und wir werden mehr als belohnt. Es ist magisch. Wir sehen am Horizont Regenschauer. Die Sonne scheint in Goldtönen und schließlich bildet sich an diesem Traumfotospot extra zur Entschädigung für den gestrigen Abend ein Regenbogen….Was will man mehr!



Von Sampieri zu den Tempeln

25. Dezember – 27. Dezember 2019
Weihnachten auf dem kleinen Camping „La Spiaggetta“ ist eines der Highlights unserer Tour. Wir sind die einzigen Camper, die nur auf Urlaub in Sizilien sind. Fast alle anderen sind hier zum Überwintern. Die Community besteht aus Deutschen, Schweizern, Österreichern, Holländern und auch einem Paar aus Italien. Man nimmt uns herzlich auf und unser Weihnachtsessen am 25.12. mit allen gemeinsam im eigens dafür aufgebauten Zelt nach dem Motto „Wir grillen und feiern und jeder bringt was mit“ ist einfach nur wunderschön.
Der kleine Ort bietet eine schöne Dünenlandschaft, eine traumhaft gelegene Bar und die Versorgung mit Lebensmitteln. Ach ja und ganz viel Ruhe!! Am besten gefallen uns die Strandspaziergänge am frühen Morgen mit einem anschließenden Besuch in der Bar bei einem leckeren Cappuccino und einem Cornetto.
Für drei Nächte bleiben wir hier, aber dann heißt es weiterfahren in Richtung Ragusa.

27. Dezember 2019
Es herrscht etwas unbeständigeres Wetter im Landesinneren. Egal, wir sind so nah bei Ragusa, dass wir dieses mal die Stadt auch besuchen wollen. Wir entscheiden uns für einen Parkplatz mit angeblich 5 Plätzen für Wohnmobile in der Nähe von Ragusa Ibla. Die Plätze wären auch da, wenn nicht so viele PKW dort stehen würden. Da wir aber relativ früh hier sind, haben wir Glück und ergattern den letzten freien Platz. Aber bereits beim Parken wissen wir, dass wir hier nicht übernachten möchten.


Zu Fuß geht es in Richtung der Stadt. Die Stadt ein Gewirr aus Gassen, Treppen, verwunschenen Plätzen und tollen Aussichten. Nur ist das Wetter leider nur bedingt fotogeeignet. Lange ist unser Ausflug nicht, denn unsere beiden Fellzwerge haben keine Lust auf Treppensteigen. Nach ca. zwei Stunden verlassen wir diesen magischen Ort bereits wieder, sind aber zu müde, um direkt zu den Tempeln weiterzufahren. Also legen wir kurzerhand noch einen Stop auf dem Agriturismo Capo Scalambri ganz in der Nähe von Punta Secca, einem der Hauptorte des bekannten Commissario Montalbano, ein.
Hier stehen einige deutsche Überwinterer, denen wir aber vom ersten Moment an, ein Dorn im Auge zu sein scheinen.
Statt einem „Hallo“ werden wir mit einem zickigen „Wir haben zwei riesige Hunde!“ begrüßt. Hätte die Dame einfach gesagt, dass wir Ihr „im Meerblick“ stehen, hätte es wahrscheinlich die Wahrheit besser getroffen.
Egal, eine Nacht verbringen wir hier – Gott sei Dank ….

28. Dezember 2019
…denn die Frühstücksbar am Leuchtturm hat die bisher italienweit besten Schoko-Cornetti. Ein Genuß….
Unsere Reise geht noch vormittags weiter, denn wir wollen einen neue Platz ausprobieren: Kamarina Pitstop, relativ nah am kleinen Städtchen Scoglitti gelegen. Als wir auf den Platz fahren kommt ein fast ausgewachener, junger Schäferhundmischling auf uns zu. Beim Aussteigen wird Ulli direkt angesprungen und das Herrchen steht daneben und schweigt. Es gibt bestimmt auch Menschen, die Angst vor so großen Hunden haben. Ist schon etwas merkwürdig das Ganze.
Aber es geht noch besser. Der Platz hat etwa 40 Stellplätze und derzeit einen einzigen Camper als Gast. Als wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit fragen, bekommen wir einen unaufgeräumten Schattenplatz zugewiesen. Freie saubere Plätze in der Sonne wären über Silvester reserviert. Auf die Frage hin, wann die Camper denn anreisen, kommt die Antwort „Ja an Silvester, vielleicht auch einen Tag früher!“ Unsere Entscheidung steht bereits fest….einmal waren wir hier, aber wir kommen bestimmt nicht wieder. Da Mittagszeit ist fahren wir mit unserem Womo ins Zentrum von Scoglitti. Hier treffen wir auf einem Parkplatz auf 3 Womos aus Sizilien in Wagenburg. Als wir fragen, ob das hier ein Platz zum Übernachten sei, werden wir erst einmal zum Mittagessen eingeladen. Dankend und mit viel Blabla lehnen wir ab, denn wir wollen uns gerne die Stadt ansehen. Es sind ein paar Schritte bis zum Zentrum. Überall schallt Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern, alle Restaurants, die wir passieren haben nur drinnen gedeckt. Wir sind schon etwas traurig, denn wir wollten gerne mal nett ins Restaurant gehen, da in Sampieri ja keine Möglichkeit dazu war.

Auf der Piazza am Hafen ist es angenehm warm in der Sonne und tatsächlich finden wir auch ein Restaurant, wo ein paar Tische draußen stehen. Der Chef dort ist sehr nett und er und sein Angestellter stellen uns sogar einen Tisch an einen besonders windgeschützten Ort. Und das Essen, das der Chef für uns aussuchen darf, ist wunderbar. Ist ja auch so etwas wie unser Weihnachtsessen.
Nach einem netten Spaziergang durch das Städtchen fahren wir weiter in Richtung Agrigento.

…in Richtung der Tempel….nach San Leone auf den Stellplatz Albachiara. Der Check in ist deshalb so nett, weil er nicht von dem übereifrigen Betreiber durchgeführt wird Dieser ist leider zu sehr auf Profit bedacht.

Dafür ist der Abend ein absoluter Höhepunkt unserer Reise. Wir nehmen den Bus und fahren zum Valle dei Templi.
Ein Abend gemacht für Fotografen. Das Licht ist fast zu perfekt und es ist recht warm. Es macht Spaß, den Kameras alle möglichen Einstellungen abzuverlangen und die Ergebnisse zeigen das auch.


Auf dem Rückweg gibt es etwas Konfusion mit den Bussen. Aber wir schaffen es bis in die kleine Bar in der Nähe vom Camping Valle dei Templi.
Hier wird der Aperitivo zu einem Abend unter Freunden. Jeder hier redet mit uns und wir zeigen uns gegenseitig Fotos am Handy. Die Zeit vergeht wie im Flug und der ein oder andere Rotwein verlässt das Glas.
Die Busfahrt zum Camping zurück wird zum Ereignis. Viele haben uns mit Allie und Amadeo schon unterwegs gesehen. Alle erzählen von sich und es wird viel gelacht. Als wir einen Mitreisenden fragen, ob der Bus auch zu unserem Stellplatz fährt, schaltet sich der Busfahrer kurzerhand ein und meint. „Lehnt Euch zurück, ich sag Euch Bescheid , wann Ihr aussteigen müsst!“
Ein schöner Abend, der leider in einer Katastrophennacht endet. Denn von der um die Ecke liegenden Diskothek hat uns der gar so geschäftstüchtige Betreiber nichts erzählt.

Über das weihnachtliche Noto ungeplant nach Sampieri

23. Dezember 2019
Das oben stehende Schild scheint Synonym für unsere Tour. Alles etwas unstrukturiert, aber gerade das lieben wir am Wohnmobilfahren. Heute stellt sich die Frage : Wo feiern wir Weihnachten? Wir wissen von einem neuen, stadtnahen Platz in Avola und schon steht unser Ziel fest. Das einzige, was wir nicht wissen, ist, dass der Platzbetreiber über Weihnachten bei seiner Familie ist und der Platz daher bis zum 27.12. geschlossen hat.
Egal – ganz in der Nähe liegt die Barockstadt Noto und der Stellplatz dort hat geöffnet. – Wir sind heute die einzigen Camper hier.

Eine kurze Fahrt mit dem platzeigenen Shuttleservice bringt uns gegen 15:00 Uhr in die barocke Altstadt von Noto. Das Licht ist der Wahnsinn und die Tour durch die Stadt unvergesslich. Ein Weihnachtszauber liegt in den Straßen. Man kann die Vorfreude der Menschen auf Weihnachten fast spüren. Es ist schön, in der Nachmittagssonne ein Glas Wein zu trinken. Ein Spaziergang durch die Straßen ist bei diesen Lichtverhältnissen ein echtes Highlight für Fotografen.


Wir genießen es und landen zum Sonnenuntergang in einer süßen, kleinen Bar. Die Tische draußen stehen auf großen Treppenstufen und es gibt kuschlige Decken. Ein traumhafter Weihnachtsaperitivo mit sizilianischen Spezialitäten. Mit magischen Eindrücken und tollen Fotos kehren wir zu unserem Wohnmobil zurück. Bleiben wir Weihnachten hier? Die Frage stellt sich nach der kommenden Nacht nicht mehr.
Die Betreiberfamilie des Platzes ist zwar außergewöhnlich nett und hilfsbereit, jedoch sind die Hunde hier auf dem Platz sehr unerzogen und laut. Besonders leider nachts.
Echt schade, denn wegen der tollen Stadt wären wir gerne noch geblieben!

24. Dezember 2019 Heiligabend
Wohin heute? Es ist Weihnachten und Traumwetter, doch wir sind etwas traurig, dass wir immer noch nicht den perfekten Platz für die Festtage gefunden haben. Da in der Nähe von Pachino einige geöffnete Wohnmobilstellplätze sein sollen, entscheiden wir uns für einen Einkauf im Supermarkt in besagter „Tomatenstadt“.
Das mit den Stellplätzen entpuppt sich zu einer Ente.
Es ist schon nach 13 Uhr und wir wissen immer noch nicht, wohin? Den kleinen Campingplatz von Sampieri, auf dem wir vor ein paar Jahren schon mal waren und der ganzjährig geöffnet haben soll, erreichen wir telefonisch leider nicht. Was also tun?
Wir beschließen trotzdem dorthin zu fahren. Eine perfekte Entscheidung für die Feiertage, wie sich herausstellen sollte.

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