Pläne können sich ändern….

16. Juli 2021

Nach einer erholsamen, kühlen Nacht, einem entspannten Kaffee mit Zimtschnecke und einer Gassirunde mit den Fellzwergen geht es zum Tauchen in den Lillebaelt. Die Sicht am heutigen Morgen ist eher baggerseelike, was wahrscheinlich an der nicht vorhandenen Strömung liegt. Der Tauchgang ist ruhig und die ein oder andere Schönheit zeigt sich vor unseren Kameras. Schon als wir zum Platz zurückkommen, herrscht fröhliche Anreisetätigkeit, jetzt so gerade mal um 9 Uhr morgens. Vormittags zeigen sich Schweinswale vor unserem Womo an der spiegelglatten Oberfläche, aber außer Wasseroberfläche ist nichts auf den Fotos zu sehen…

Mittags wird es mit über 30 Grad richtig heiß, sodass es uns 4 an den Strand zieht. Wir gehen alle mehrfach in die abkühlende Ostsee und ruhen uns am schattigen Naturstrand aus.


Als wir zurückkommen staunen wir nicht schlecht. Der ganze Campingplatz ist bis auf den letzten Platz belegt. Einer unserer Nachbarn hat seinen fast hüfthohen Hund unangeleint vorm Wohnwagen liegen und es ist laut. Und das schlimmste: hier in Dänemark scheint Corona nicht stattzufinden. Alle dicht an dicht, Maske, was ist das? Und kontrolliert hat uns in den letzten Tagen niemand, schlimmer noch, wir haben nicht mal eine Kontrolle gesehen!

Den allerersten Kontrollpunkt unserer Reise sehen wir an der Grenze. Hier wird bei der Einreise aus Deutschland nach Dänemark kontrolliert.

Ja, wir haben kurzerhand gepackt und unsere Tour umgeschmissen….unser Ziel heißt nun Bergues, das wunderschöne Bergues im Nord Pas de Calais und die Region Cotes des deux Caps.

Im Moment sitzen wir vorm Womo auf dem kleinen, süßen Camping Tante Henni vor den Toren Hamburgs. Es gab eine leckere Bratwurst vom Grill und ein Vorfreudebier auf die Schti’s…die Einwohner des Nord Pas de Calais. Sicher hat der ein oder andere von Euch die Dani Boon Komödie aus 2008 „Willkommen bei den Schti’s“ gesehen…wir auch und wir waren bereits zweimal dort in der Region…wir freuen uns…..kommt Ihr mit?

Lillebaelt, ein Reh beim Schnorcheln, Zimtschnecken und ein Stranddinner

15. Juli 2021

Auch an diesem Morgen schlafen wir nicht sehr lange. Liegt wahrscheinlich an der Vorfreude auf den ersten Ostseetauchgang seit über 7 Jahren.
Allie und Amadeo haben auch nicht so richtig ausgeschlafen, aber trotzdem drehen sie mit uns eine kleine Runde, bevor wir mit unseren Unterwasserkameras im Lillebaelt verschwinden/abtauchen.

Verglichen mit der Oosterschelde oder dem Grevelinger Meer ist es hier recht hell unter Wasser und auch die Sichtweite mit um die 6m ist recht gut. Zu sehen gibt es Einiges. Quallen, Anemonen, Grundeln, Garnelen. Und die Ruhe und das Schweben sind wunderbar.


Vom Tauchgang kommend werden wir schon sehnsüchtig von unseren Fellzwergen erwartet.
Es folgt ein kurzes Frühstück mit leckerem Kaffee und es beginnt die Vorbereitung der Zimtschnecke. Also Hefe mit Honig, Mehl und lauwarmem Wasser anrühren und gehen lassen. In der Zwischenzeit Mehl, Zucker, 1 Vanillinzucker, Olivenöl mischen und die Hefemischung mit dem Teigschaber unterheben. Etwas Milch hinzufügen und einen geschmeidigen Teig erstellen. Diesen ein gute Stunde gehen lassen. Danach einen langen Wulst rollen, diesen in die Breite ziehen, mit Zucker und Zimt bestreuen und tropfenweise Olivenöl dazugeben. Mit einem Teelöffel vermischen und dann den Wulst schließen und in eine gefettete und mit Backpapier vorbereitete runde Form zur Schnecke rollen. Um dann backen wir die Schnecke wieder in unserem Oberhitzegasgrill…es riecht herrlich und frisch schmeckt es am Besten.


Nach einer solchen Sünde entschließt sich Ulli am Nachmittag, einen Schnorchelgang zu unternehmen. Also Füßlinge an, Maske und Schnorchel inklusive Flossen unter den Arm und schon ist sie auf dem Waldpfad in Richtung Strand verschwunden. Und hier kommt es zu einer wundervollen Begegnung. Direkt neben dem Weg steht plötzlich ein Reh. Wer geht schon Rehe-Kucken beim Schnorcheln?

Lustig irgendwie, aber es ist wirklich so. Der Schnorchelgang artet etwas in Arbeit aus, denn es herrscht Strömung. Aber da heute ja Donnerstag ist und eigentlich Schnorcheltraining, ist das der perfekte Ersatz.

Kaum zurück beginnen wir mit der Vorbereitung unseres Strand-Dinners.
Auf dem Speisezettel steht Risotto al Gorgonzola und Tomaten-Radieschen-Salat mit Petersilie und Olivenöl verfeinert.

Gegen 19:00 Uhr bepacken wir also Allie und Deos Wagen mit Weißwein, Wasser, Geschirr und unserem Abendessen. Wohlweißlich, dass die beiden Strandkörbe besetzt sein werden, haben wir unser Faltsofa dabei. – Dass einer der Strandkörbe heute Abend derart im Rauch verschwindet, als würde er brennen, konnten wir nicht ahnen…aber seht selbst.

Es ist schön hier zu sitzen und auf den kleinen Belt zu sehen. Schiffe und Boote und vorbeifliegende Möwen zu fotografieren, Weißwein zu trinken und das leckere Risotto zu essen….so geht Urlaub….


Das einzige was zum perfekten Abend jetzt noch fehlt, sind die Schweinswale…..aber kommt Zeit, kommt Schweinswal…..

Vom Wattenmeer zur Ostsee – next Stop Gammel Albø

14. Juli 2021

Es ist 7 Uhr. Nach dem Regen am gestrigen Abend präsentiert sich Sønderho heute Morgen von seiner schwülen Seite. Unsere Fellnasen haben bei diesen Temperaturen schon jetzt keine Lust auf Morgengassi, was uns beiden auch nicht soooo unrecht ist.

Beim ersten Blick in den Spiegel fällt uns so richtig auf, wie die Sonne, obwohl meist gut hinter Wolken versteckt, gestern an unserer Gesichtsfarbe gearbeitet hat. Aus dem rötlichen Schimmer ist ein dunkles Braun geworden.

So heißt es heute mal im Schatten bleiben und Ausruhen. Brotbacken ist auch wieder am dransten, denn das letzte Stück Walnussbrotrest verschwand heute morgen beim Frühstück.

Und es stellt sich die Frage: Wie sieht die weitere Tagesplanung aus?
Schließlich entscheiden wir uns für das Umbuchen unseres Fährtickets auf den heutigen Abend. Vielleicht vorher noch ein Bummel in Nordby und dann zum Stellplatz in Koldings Yachthafen.

Aber bereits beim Parken vor Nordby’s Superbrugsen (Supermarkt) verwerfen wir wegen der großen Menschenmenge unseren Plan und fahren direkt nach dem Einkauf auf die Fähre zum Festland. Jetzt so gegen 17 Uhr ist es herrlich leer und die nächste Fähre ist gleich unsere.

Nun noch ein kurzer Anruf bei Martin auf Camping Gammel Albø und tatsächlich unser Platz ist ab heute bereits frei. Und so starten wir voller Vorfreude in Richtung Kolding.

Bei Traumlicht und relativ hohen Temperaturen kommen wir gut gelaunt an der Ostsee auf unserem Campingplatz an.
Leider macht ein Camper aus Emsland unsere gute Laune zunichte, da besagter scheinbar ein mangelndes Zahlenverständnis besitzt: anscheinend kann er die Nummerierung der Plätze nicht lesen und belegt deshalb gleich mehrere davon.
Außerdem meint er bei unserer höflichen Nachfrage, ob er auf Platz A1 stehe, er wisse es nicht und man würde sich hier eh da hinstellen, wo man möchte. Wir sollten das doch auch tun!
Tatsächlich zeigt ein Blick auf den Platzplan, dass besagter Camper gleich drei Plätze für sich beansprucht.

Ein wenig Geschimpfe von Ulli und nach einem netten Gespräch mit Martin und zwei frisch gezapften Bier stehen wir kurze Zeit später auf einem anderen Platz mit Traumaussicht auf den Lillebaelt.

Nett eingerichtet bereiten wir uns noch einen Flammkuchen zu und genießen den nicht enden wollenden Sonnenuntergang….

Glücklich über den neuen Platz und in freudiger Erwartung auf den morgigen ersten Ostseetauchgang seit ca. 7 Jahren schlafen wir direkt ein….bis Morgen unter der Wasseroberfläche….

Barfuss zu den Robbenbänken – mit Helen auf Watt-Safari

13. Juli 2021

Wollten wir heute morgen nicht ausschafen?
Nachdem uns gestern eine Programmänderung per Email, Whats-App und SMS erreichte, dass wir nun doch anstelle der gebuchten Dänischen Robben-Tour an einer deutschsprachigen teilnehmen können, änderte sich der Treffpunkt von halb 10 auf jetzt erst um 12 Uhr.

Nach einem kurzen Gassi mit unseren Fellnasen bereits um halb 8 und einem äußerst entspannten Frühstück begeben wir uns gegen 11 Uhr in Richtung Strand. Wir bereiten den Wagen für Allie und Amadeo vor und packen ein paar Dinge für unsere Tour zusammen und schon stehen wir am Treffpunkt zur Robbenwanderung.

Heute ist Helen unser Guide. Ausgerüstet mit einer Wattgabel und Eimern für die Kinder bewegt sich unser Tross nach draußen, wo wir in etwa 1,5 km die Sandbank mit den Robben erreichen werden.
Unterwegs erfahren wir einige wissenswerte Dinge über die Lebewesen des Sandes. Unter anderem beobachten wir Herzmuscheln, graben nach einem Wattwurm und schauen uns diverse Überbleibsel ehemaliger Wattbewohner an.


Und dann stehen wir endlich am Wasser und blicken etwa 100 Meter rüber zur mit Kegelrobben und Seehunden gefüllten Sandbank. Es ist wunderschön und auch das Wetter passt. – Schade, dass Ihr Ulli gerade beim Schreiben nicht sehen könnt. Aber wer genau hinschaut, kann einen leichten roten Lichtschein sehen, der von ihrem Gesicht ausgeht. – Ja wir haben heute Sonne und einen tollen Himmel, wie Ihr auf den Bildern sehen könnt.


Die Tour ist wirklich toll. Das einzige, was ein wenig schade ist, ist, dass wir nicht sehr viel Zeit bei den Robben haben, denn die Flut setzt gerade ein. Und das Wasser erobert sich nach und nach unsere Beobachtungsplätze. Aber trotzdem nochmals ein großes Dankeschön an Helen für die schöne Tour.



Der Weg zurück fühlt sich irgendwie kürzer an, als der Hinweg. Gegen halb drei erreichen wir alle 4 etwas hungrig unser Womo. Allie und Deomaus stürzen sich über ihr Mittagessen aber wir müssen noch ein wenig warten. Kurze Zeit später fahren wir dann auf dem Strand in Richtung Norden.


Unser Parkplatz heute befindet sich vor dem Kinderzimmer der Familie Austernfischer. Hier bekommen wir wundervolle Einblicke in die Aufzucht der nächsten Generation.
Aber vorher genießen wir eine leckere Pasta mit Tonno und gemischtem Salat.
Eine Wattwanderung und den ganzen Tag draußen sein, macht müde und ändert die Gesichtsfarbe….

Direkt nach dem Hochwasser um 18 Uhr verlassen wir unseren Parkplatz und kurze Zeit später parken wir vor einer dunklen Wolkenwand auf unserem Platz auf dem Camping Klitten in Sönderho.
Ralf geht kurz für ein paar Besorgungen in den Supermarkt und Ulli beginnt mit der Zubereitung des Aperitivos des heutigen Abends:

Bratpaprika in Weißwein, verfeinert mit Salz und Kreuzkümmel, Tomate und Schafskäse
Paprika an Knoblauch in Rosmarinsud und
Zucchini in Knoblauchkurkumasauce…

Dazu soll es neben Weißwein auch leckeren Pecorino di Pienza und eine Salami della Val d’Orcia geben.
Fast wäre das ganze Vorhaben ins Wasser gefallen, denn bereits kurz vor Ralf’s Rückkehr aus dem Supermarkt beginnt es leicht zu regnen. Wir schaffen es gerade noch gemeinsam die Markise auszurollern und unsere Bänke ins Trockene zu heben und dann öffnen sich Wasserschleusen. Ein Wolkenbruch geht für etwa 45 Minuten nieder.


Tapfer harren wir den Wassertropfen und müssen unser Möbel unter der Markise immer je nach Windrichtung neu ausrichten. Egal – der Regen kühlt die heute recht schwüle Luft angenehm ab und jetzt beim Schreiben dieser Zeilen sieht es hier so aus, als wäre heute den ganzen Tag Traumwetter gewesen.
War es ja eigentlich auch, bis auf die paar Minuten heute Abend!
Von Regen ist nichts mehr zu sehen. Der Wetterbericht für morgen ist sehr gut. Nur wissen wir noch nicht, was wir unternehmen werden. Vielleicht ein Bummel in Nordby? Übersetzen auf’s Festland? Wir werden berichten….

Wie wär’s mal mit Seehund zum Frühstück?

12. Juli 2021

Um halb 9 verlassen wir unseren Camping in Sønderho. Ein paar Frühaufsteher sind bereits unterwegs, ein Reh beobachtet uns vom Straßenrand aus und es ist herrlich ruhig. Kurze Zeit später erreichen wir den großen Parkplatz vor Nordbys Hafen und wir können Sie schon sehen. Drei Seehunde liegen auf der Sandbank kurz vor der Kaimauer. Los geht es mit Allie und Deomaus genau in diese Richtung. Extra für faule Fotografen gibt es hier Bänke vor der Sandbank, die sich hervorragend zum entspannten Bilder machen eignen. Unser ganzes „Rudel“ nutzt eine dieser Bänke zur Seehundbeobachtung…

Eine kurze Gassirunde später sitzen wir vorm Womo und genießen unser „Seehundfrühstück“. Bereits nach der ersten Tasse Kaffee sind die Seehunde aber schon von der Sandbank verschwunden, d.h. wohl baden und jagen gegangen. Hatten wir gerade den perfekten Moment zum Fotografieren und Filmen?

Von hier aus bringt uns unser Womo zum Strand im Bereich Sønderho in die Nähe unseres gestrigen Parkplatzes. Es ist sehr windig und viele Wolken ziehen über den Strand. Aber es ist warm, ja fast schwül.

Die hinter dem Strand liegenden Dünen sind Heimat unterschiedlichster Blumen und Blüten, von denen wir für Euch einige trotz des starken Windes abgelichtet haben.

Und dann ist da noch das versprochene Projekt:

Heute soll es Zimtschnecken geben. Aus Dinkelmehl, Hefe ( die Hefe vorab mit Zucker, Wasser und Mehl anrühren) Zucker und Olivenöl kneten wir einen geschmeidigen Teig. Diesen lassen wir für etwa eine Stunde gehen.

Da ein paar Regentropfen fallen, packen wir gegen 16 Uhr unsere Sachen ein und zurück geht es zu unserem Camping. Hier geht die Arbeit an den Zimtschnecken weiter. Den Teig etwa 3 Minuten kneten und in 8-10 kleine, etwa gleichgroße Stücke teilen.

Danach auf einer minimal bemehlten Fläche in etwa 8×20 cm große Stücke ziehen und darauf die während des Gehprozesses zubereitete Mischung aus Zimt, Zucker, Olivenöl und Milch verteilen. Die langen Enden zusammendrücken und dieses Gebilde zu einer Schnecke rollen. In eine mit Backpapier ausgelegt Form (unsere hat 20 cm Durchmesser) legen. Mit allen Stücken so verfahren.

Wir haben das ganze dann mit unserem Oberhitzegrill (muss immer mal gewendet werden während des Backvorgangs) gebacken. Ist etwas aufwendig, aber wird total lecker…

Morgen steht unsere geführte Wattwanderung auf dem Plan. Ob der Wettergott da mitspielt, werden wir sehen. Erst zum Ende der Tour hin soll es mit dem Schauerwetter aufhören. Das bedeutet wohl: schön den Teller leer essen….wir freuen uns…

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