Der Tag der verpassten Fotos oder Thunfisch, Domina und Co.

24. September 2020
Wer fotografiert kennt diese Situation nur zu Genüge…es passiert etwas völlig Unerwartetes und die Kamera ist nicht eingeschaltet…so ging es uns bereits heute Morgen. Nach einem wundervollen Frühstück auf der Terrasse unseres Hotels geht es gegen halb 10 los in Richtung Argentarola, einem Tauchplatz.
Wir sind gerade Mal 5 Taucher auf dem Boot, also auch genug Platz für unsere Fellzwerge. Kurz nach dem Abtauchen an diesem außergewöhnlichen Platz ist plötzlich extrem viel Bewegung in den Fischschwärmen über uns. Der nächste Blick ins Blau verrät uns auch den Grund….ein etwa 2 m langer Thunfisch kommt wie ein Torpedo auf uns zu, bleibt in perfekter Fotodistanz vor uns stehen, um genauso schnell wieder im Blau zu verschwinden. Und genau das sind die Momente, wo man fast keine Chance hat, die Kamera bereit zu haben….so wie wir…der Ärger über das verpasste Foto ist umso größer…aber es kommt ja meistens schlimmer….

Als wir zurückkommen hängt eine riesige Gewitterwand am Himmel und der Wind hat deutlich aufgefrischt. So kommt es, dass die Tauchbasis entscheidet, heute nicht mehr mit dem Boot rauszufahren. Aber auch der Landtauchplatz hat viel zu bieten…über und unter Wasser, denn als Ulli zum Auto zurückgeht, um verbotenerweise die Parkuhr weiterzustellen, passiert das, was bereits heute Morgen unter Wasser passiert ist. Ein wundervoller Moment und keine Kamera zur Hand Direkt vor der Küste tauchen drei große Wale auf. Sie blasen Fontänen in die Luft und es ist fast unwirklich, diese drei Tiere so nah vor der Stadt zu sehen.

Aber es geht noch besser….nach zwei entspannten Tauchgängen am „Hausriff“ folgt ein ausgiebiger Aperitivo in der Bar Giulia und ein anschließendes Abendessen bei Moletto. Diese Mal, des angekündigten Regens wegen, drinnen. Alle Tische bis auf einen in der Mitte sind belegt, als ein schon in die Jahre gekommener Superreicher mit einer Dame im Dominakostüm im Restaurant erscheint. Die Stille in diesem Moment ist fast zu hören….Jetzt haben wir zwar unsere Fotos zur Hand, aber wir haben auch so viel Anstand „es“ nicht zu tun….also gilt auch dieses Foto als verpasst…

Morgen heißt es Abschied nehmen vom Argentario und Porto Santo Stefano….es geht wieder in Richtung San Vincenzo zurück….seid Ihr dabei?

Lagunenlichtspiele, Treffen mit Freunden und schöne Tauchgänge

22. und 23. September 2020
Sicher kennt Ihr das, wenn man im Urlaub ist. Irgendwann setzt so eine gewisse Faulheit ein….so anscheinend auch gestern, denn wir fassen den gestrigen und heutigen Tag zusammen. Vielleicht liegt es aber nicht nur an der Bequemlichkeit, sondern auch daran, dass die Zeit wie im Flug vergeht….aber Ihr kennt das sicher auch….wenn es einem an einem Ort gefällt, was ist da schon ein Stündchen….
Ihr möchtet sicher wissen, was gestern so alles passiert ist!


Nach einen kurzen Frühstück in unserem wunderschönen kleinen Hotel, ging es direkt in Richtung Tauchbasis. Dort angekommen, entschieden wir uns für ein paar entspannte Tauchgänge in der Hausbucht, denn mit 10 Personen war das Boot dann doch recht voll.
Der amtierende Weltmeister der Unterwasserfotografie weilte auch unter ihnen und alles schien sich nur um ihn drehen. Und da hatten wir nun wirklich keine Lust drauf. Unsere beiden Tauchgänge des heutigen Tages wurden durch ein recht heftiges Gewitter unterbrochen, das wir nutzten, um in einer kleinen Bar auf dem Gianelladamm ein leckeres Pastagericht zu uns nehmen. Abends war es dann wieder trocken und so entschieden wir uns erneut für einen Besuch bei Moletto,dieses Mal zusammen mit Susanna, der Inhaberin der Tauchbasis. Es war ein netter Abend, bis zu dem Moment, als ein erneutes Gewitter meinte, uns auf dem Heimweg, eine kostenfreie Dusche zu verpassen…es hat etwa 40 Minuten gedauert, bis wir alle wieder trocken waren…

Heute verlassen wir schweren Herzens unser Bett gegen 7 Uhr. Alle vier sind wir müde, aber heute treffen wir uns endlich mit Salvatore und Donatella, unseren Freunden, mit denen wir hier schon viele Tauchgänge gemacht und Abende verbracht haben. Der Sonnenaufgang taucht die Lagune von Orbetello in ein wirklich magisches Licht, passend zu Ralf’s Geburtstag.


Wie es sich in Italien gehört, kommen wir verspätet an der Tauchbasis an, was Ralf sehr ärgert, aber unser Fellzwerg Amadeo mag heute Morgen irgendwie nicht Gassi gehen. Aber niemand ist böse darüber.
Das Wiedersehen mit Dona und Salvatore ist wunderschön. Es wird viel gelacht und wir haben richtig viel Spaß, irgendwie fühlt es sich so an wie früher – come una volta….
Gegen 9:30 Uhr fährt unser Tauchboot, Allie und Amadeo sind auch an Bord mit ihrer eigenen Schwimmwesten, zum Tauchplatz Argentarola Nord. Das Meer ist recht kabbelig heute wegen der Gewitter, die rund um die Halbinsel ziehen, aber der Tauchgang an der mit Korallen und Gorgonien bewachsenen Steilwand ist herrlich. Auf dem Rückweg kündigt sich dann ein weiteres Gewitter an, was uns aber nicht abhält etwa eine Stunde später in Richtung Tauchplatz Cala Grande rauszufahren. Als wir hier ankommen ist das Meer zwar ruhig aber es regnet noch recht stark. Auch dieser Tauchgang ist wunderbar ruhig und entspannend.

Kaum sind wir wieder an Land zurück, so gegen 13:30 Uhr, beginnt die Suche nach einem geeigneten Restaurant für Ralf’s Geburtstagsessen. Salvatore, der hier in Porto Santo Stefano zuhause ist, organisiert einen Tisch bei „La Bussola“ und nach einer kurzen Autofahrt und Parken im absoluten Halteverbot (aber mit einem italienischen Kennzeichen geht das schon mal) sitzen wir vier am Tisch. Wir beschließen ein wunderbares Fischmenü für vier und entscheiden uns für einen leckeren Vermentino. Viele Geschichten von früher werden ausgepackt und wir haben mächtig viel Spaß…besonders als Ralf seinen Nachtisch mit den komplett falsch angeordneten Kerzen bekommt. Der Koch ist zwar ein Gott was Nachspeisen angeht, aber scheinbar des Lesens nicht mächtig…

Um etwa 16 Uhr sind wir wieder zurück an der Tauchbasis und dann heißt es Tschüss-Sagen…aber nur für etwa eine Woche, denn dann sind wir mit unserem Tauchclub wieder hier und die beiden wollen auch dabei sein. Wie schön…müde kommen wir im Hotel an und was tun wir: weil es so schön ist, verlängern wir um eine weitere Nacht….
So Ihr Lieben, die Bilder sind ausgesucht, der Text ist geschrieben, aber eben nur bis jetzt kurz vor 8, denn Porto Santo Stefano ruft: Aperitivo…..
Wir hören uns Morgen!!

Endlich wieder mal in Porto Santo Stefano

21. September 2020
Lange ist es her, dass wir in Porto Santo Stefano waren…das letze Mal so richtig im Herbst 2013…damals in unserem Womo auf einem Traumplatz am Meer. Und jetzt herrscht hier generelles Womoverbot. Schon oft haben wir in den letzten Jahren versucht, einen geeigneten Parkplatz für unseren Camper zu finden mit dem Ergebnis, dass wir angesäuert die Region verlassen haben. Deshalb sind wir jetzt mal 3 Tage keine Fotocamper, sondern nur Fotografen, die im Hotel wohnen und auch Unterwasser fotografieren werden.

Es war sehr emotional, heute hier anzukommen…so viele schöne, aber auch traurige Erinnerungen verbinden wir mit dieser Stadt. Vielleicht auch der Grund, warum wir heute nicht so viel fotografiert haben…trotzdem hoffen wir, das die wenigen Fotos Euch gefallen.

Gerade sitzen wir seit einer gefühlten Ewigkeit auf der alten Mole bei „Il Moletto“, diesem absoluten Lieblingsrestaurant in dieser Stadt bei Antipasti del Mare. Die Atmosphäre wird heute Abend nur gestört von der riesigen Yacht, die den Blick zur Stadt versperrt (kann man für schlappe 275.000 € pro Woche chartern) und dem einfältigen Geschwätz in Deutscher Sprache am Nachbartisch….sorry für das Abschweifen, aber es ist wirklich schlimm…

Traurige Nachrichten, Sant’Antimo und das Schwert

20.September 2020
Sonntag…vielleicht schlafen Allie und Deomaus deshalb heute mal bis kurz vor 8. Es ist bewölkt und schwül und man darf schon heute Morgen dem Wetterbericht Glauben schenken, der eine deutliche Verschlechterung in den nächsten Tagen anzeigt. Nach einem kurzen Schwätzchen mit Carla, bei dem sie uns erzählt, dass es diesen Stellplatz nur noch bis zum Jahresende geben wird, verlassen wir traurig durch die schlechte Nachricht Pienza.

An der Vitaleta Kapelle und San Quirico d’Orcia vorbei geht es über Montalcino im Regen nach Sant’Antimo. Kur vor diesem wundervollen Ort hört es auf zu regnen und die Sonne lugt heraus. Diese macht die ganze Atmosphäre noch magischer….wären da nicht die vielen Sonntagsausflügler. Nach unserer kurzen Pause , bei der wir auch ein paar Glückwunschfotos kreieren, führt uns unser Weg über eine kurvige Straße zur Abtei San Galgano.

Hier passt die Masse der Besucher weder zu den Wetterbedingungen noch zu diesem außergewöhnlichen Ort. Es ist einfach nur voll und wir bekommen gerade noch so einen Parkplatz. Liegt wahrscheinlich auch an dem R4 und Ententreffen, das heute anscheinend alle Schätzchen Italiens hierher gelockt hat.
Egal…erst einmal kochen wir uns ein leckeres Pastagericht, denn das richtige Licht, nämlich die Sonne, soll sich gegen halb 4 einstellen. Jedoch wissen das nur die, die den Wetterbericht gelesen haben, aber die Sonne hat da andere Pläne. Also heißt es nach einem Kurzbesuch in der Kapelle Monte Siepi und seinem Schwert* Aufbruch in Richtung Küste, denn ab morgen wollen wir uns mal wieder das schöne Tauchgebiet am Monte Argentario etwas genauer ansehen.


Durch ein recht heftiges Unwetter erreichen wir San Vincenzo gegen 18 Uhr. Es tropfelt noch leicht vor sich hin, so dass wir bevor wir unseren Stellplatz anfahren, erst mit unseren Fellzwergen eine Runde im Städtchen spazieren gehen.
Und jetzt sitzen wir hier und schreiben für Euch und sIchten Bilder. Wir hoffen, sie gefallen Euch….
Wir freuen uns nun auf unser Essen, ein Glas Rotwein und auf ein Wiedersehen mit Porto Santo Stefano morgen Nachmittag.


* Das Schwert im Stein in Monte Siepi. Laut wissenschaftlichen Analysen steckt ein ganzen Schwert aus der Zeit etwa 100 Jahre vor der Entstehung der Artussage hier im Stein. Hineingestoßen wurde es von einem bösen Ritter, der von einem Erzengel gebeten wurde vom Bösen abzuschwören. Als der Ritte meinte, es sei einfacher sein Schwert in den Stein zu stoßen, als ein guter Mensch zu werden, wurde er vom Erzengel aufgefordert, es zu versuchen….und das ist das Ergebnis!!

Robin Hood, Pici all’Aglione ohne Parmeggiano und Stellplatz mit Aussicht…

19. September 2020
Wir sind schon früh wach und unsere Fahrt beginnt bereits gegen acht Uhr. Über Piancastaio erreichen wir gegen 9 Uhr die Fortezza in Radicofani, die Burg des Ghino di Tacco, dem angeblichen Robin Hood des Val d’Orcia. Als wir zum letzten Mal hier waren, hatten wir Pici all’Aglione zum Mittagessen und wurden liebevoll von der englischen Besitzerin belehrt, dass man dazu keinen Parmeggiano ißt…..und wen treffen wir heute….besagte Engländerin, die übrigens Carmen heißt und uns für unsere nächste, hoffentlich covidfreie Tour schonmal die Adresse ihres Agritourismos mit Womostellplätzen gibt. Ein nettes Schwätzchen und ein wenig Lachen….ja das war eine wirklich nette Begegnung….


Nach einem ausgedehnten Cappuccino auf der Terrasse der „Val d’Orcia-Alm“ führt uns unsere Fahrt über Contignano zum Parkplatz vor „Dopolavoro La Foce“, dem Restaurant gegenüber der bekannten Zickzackallee. Jetzt um kurz nach zwölf bekommen wir noch einen einigermaßen, angemessenen Parkplatz, aber bereits kurz nach unserer Ankunft sind fast alle Plätze belegt. Zum Glück haben wir unseren Tisch für ca. ein Uhr schon reserviert.


Im Restaurant selbst sind fast nur Italiener…Eine Burrata serviert mit einem Schinkentraum und ein Teller mit verschiedenen Leckerein „al km0“ begleitet von einem Weißwein eines Weingutes um die Ecke stimmen uns in unser Essen ein….und dann folgen die langersehnten Pici….all’Agione und al Ragu Toscano…
Natürlich einmal stilecht ohne und einmal mit Parmeggiano….im Anschluß noch ein Tiramisu für zwei und zum Abrunden ein Caffè…

Mittlerweile ist es gegen halb 3….Zeit um ein Pausenplätzchen anzusteuern. Unseres ist eine Bank mit Blick auf den Podere Belvedere, das wohl meistfotografierte Haus der Toskana…Wir genießen die Ruhe und den Ausblick und ein kurzes Mittagsschläfchen im Liegestuhl.
Gut ausgeruht geht unsere Fahrt weiter nach Pienza zum Kurzeinkauf mit „italienischem“ Parkplatz direkt vor der Tür, d.h. direkt vor der Tür!! Anschließend schnell zu Bindi Enzo ein wenig Einkaufen und Schwätzchen halten und dann weiter zum etwas einsam liegenden Podere dell’Albergo zu Carla und Luciano, denn dort wollen wir unsere Nacht verbringen. Als wir dort ankommen, kommt auch endlich die Sonne wieder zum Vorschein.

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Hier dürfen wir wieder genau dort parken wie beim letzten Mal….nur leider gibt es kein gemeinsames Abendesssen, denn jetzt zu Coronazeiten kochen die beiden leider nicht für ihre Gäste….Schade…aber hier zu stehen und den Ausblick und den Sonnenuntergang zu genießen….was will man mehr….vielleicht noch ein Glas Rotwein und dann setzt die volle Zufriedenheit ein….